Gewässerpflege

Verlandung von Kleingewässern

Durch die fortschreitende Nährstoffanreicherung in unseren Böden und im natürlichen Wasserkreislauf verlanden Kleingewässer immer schneller. Die Verlandung eines Kleingewässers ist eigentlich ein natürlicher Entwicklungsprozess, der je nach Bodenbeschaffenheit und Klimazone mehr oder weniger Zeit braucht. Der Verlauf einer Verlandung ist auch für viele Tier- und Pflanzenarten von Bedeutung, weil die einzelnen Verlandungsprozesse verschiedene Lebenssituationen hervorbringen, auf die sich einzelne Arten spezialisiert haben. Verlandete Gewässer werden in einem funktionierenden Naturhaushalt durch Baumentwurzelungen oder von freidynamischen Bach- und Flussläufen immer wieder neu geschaffen. Es gibt einen ständigen Ausgleich im Geschehen.

Notwendige Gewässerpflege

Amphibienarten mit geringem Aktionsradius, wie z.B. der Kammmolch, sind in den letzten Jahrzehnten nur noch in kleinen Refugien angetroffen worden. Bei Hondelage waren dies zum Teil im Wald gelegene Bombentrichter aus dem 2. Weltkrieg. 

Um den lokalen Genpool der Kammmolchpopulationen zu retten, haben wir als Förderkreis Umwelt- und Naturschutz Hondelage e.V. (FUN) die Bombentrichter im Herbst vom übermäßigen Falllaub befreit und auch in anderen Kleingewässern Schlamm und Schilf jeweils zur Hälfte oder zu einem Drittel entfernt, um den beschleunigten Verlandungsprozess abzubremsen. Ähnlich ergeht es anderenorts den Kreuz- und Wechselkröten, die vegetationsfreie Flächen bzw. Flachgewässer zur Reproduktion benötigen. Würden derartige Pflegemaßnahmen nicht im mehrjährigen Turnus (8-10 Jahre) erbracht, könnte dies zum lokalen Einbruch von Amphibienpopulationen führen. Besonders wichtig ist dies für Arten mit geringem Ausbreitungsverhalten, mit Anspruch auf Rohböden sowie für Gebiete mit wenigen Gewässern.

Entschlammen eines Bombentrichters
Entschlammen eines Bombentrichters
Der “Ölgraben” wird gereinigt
Der “Ölgraben” wird gereinigt