Wanderungen

Komplexes Wanderverhalten

Unsere heimischen Amphibienarten vollziehen alljährlich im Frühling und Frühsommer Wanderungen zu ihren Laichgewässern. Bei diesen Wanderungen sind neben geschlechtsreifen Tieren auch Jungtiere dabei, um sich auf ihr zukünftiges Laichgewässer „einzustimmen“. Allerdings wandert ein Teil der Jungtierpopulation auch in andere Laichgewässer ab, um sich auszubreiten. Fehlen neue Laichgewässer bleibt die Population abhängig von den bestehenden Gewässern. Nach dem Laichgeschäft, welches von Art zu Art mehr oder weniger früh beginnt und andauert, wandert ein Teil der Tiere wieder ab. Abwandern oder Rückwandern bedeutet in den Sommerlebensraum, der auch Winterlebensraum war (Wälder, Wiesen, Brachen,…). Ein Abwandern kann aber auch in einen separaten Sommerlebensraum erfolgen. Separate Sommerlebensräume werden aufgesucht, wenn diese mehr Nahrung als die Winterlebensräume bieten. Erst im Herbst wandern diese Tiere wieder zurück in den Winterlebensraum, der häufig dichter am Laichgewässer liegt. Einige Tiere bleiben nach dem Laichgeschäft erschöpft für längere Zeit in Gewässernähe, andere sterben oder werden gefressen.
Dieses komplexe Wanderverhalten, zur Reproduktion, zur Beutefindung, zur allgemeinen Ausbreitung und zur sicheren Überwinterung lässt unsere Amphibien regelmäßig Wege und Straßen queren. Am auffälligsten sind die Wanderungen zum Laichgewässer. Hier wandert in kurzer Zeit ein Großteil jeder Amphibienpopulation in dieselbe Richtung und damit in die Gefahr, von Fahrzeugen überfahren zu werden.

Erdkröten im "Doppeldecker" auf der Wanderung zum Laichgewässer
Erdkröten im "Doppeldecker" auf der Wanderung zum Laichgewässer