30 Geschichten zu 30 Jahren FUN


32 - Mit Krokussen (ver)-spekuliert …
oder: Auch sehr lange Wege führen manchmal zum FUN

Von Rochus Jonas

Kaum dass ich laufen konnte und zum Schrecken meiner Eltern sowie der alarmierten Nachbarschaft, zog es mich immer wieder in die nahegelegene Auenlandschaft um Wasserorganismen und allerlei Tierchen aus direkter Nähe zu beobachten. Dieser unbändige Freiheitswillen, gepaart mit selbsterklärtem Naturforscherdrang, zog sich durch meine Kindheit und Jugendjahre und machte die Zeit in den städtischen Beaufsichtigungsanstalten (Kindergarten; Schule) für alle Beteiligten nicht ganz einfach. In den Taschen immer ein paar Walnüsse, Kastanien oder Eicheln entstand über die Jahre aus dieser Naturverbundenheit immerhin das eine oder andere Gewächs.

Dennoch floss mein Leben so dahin, ohne dass diese innere Berufung auf fruchtbaren Boden bzw. die richtigen Multiplikatoren traf.

Erst nachdem ich im Jahr 2005 in das Siegfriedviertel gezogen bin und mit meiner Frau Maja den richtigen Menschen an meiner Seite hatte, der mir den Rücken freihält und selbstlos all meine spontanen Ausflüge und die daraus resultierenden Projektideen unterstützt, fügten sich die Dinge langsam zusammen.

So gab es im Siegfriedviertel zwar eine Menge Grünflächen, doch fehlte es gerade auf diesen „quadratisch-praktischen“ Grünbereichen an dem, was nach einer langen Winterzeit den Frühling ausmacht: bunte Blümchen und summende Bienchen!

Mit einer gehörigen Portion Naivität stellte ich im Bezirksrat meine Idee vor: „… die Stadt Braunschweig möge das Siegfriedviertel großflächig mit Wildkrokussen bepflanzen.“ Die Idee erhellte die Gesichter und fand wohlwollende Worte des Zuspruches aller Anwesenden.

Was ich da nicht wusste: Die Planung und Umsetzung des Projektes und das spätere Pflanzen von 130.000 Wildkrokussen sollte mich sehr tief in die Abläufe der kommunalen Strukturen eintauchen lassen und meine zukünftige „Freizeitgestaltung“ in völlig neue Bahnen lenken.

Schnell füllten sich Exceldateien mit Ansprechpartnern der ortsansässigen Baugesellschaften, Schulen, Vereinen, der Lebenshilfe sowie der städtischen Fachbereiche und vielen mehr.
Bittbriefe zur Bereitstellung von Flächen zur Bepflanzung wurden geschrieben und ein großer Zeitungsartikel erschien in der Braunschweiger Zeitung. An einem Wochenende stolperte ich dann eher zufällig in das große Treffen der Umweltverbände im Schul- und Bürgergarten am Dowesee. Wieder einmal etwas naiv dachte ich, diese umweltaktiven Menschen könnten mich mit ihrer Arbeitskraft bei meinem Krokusprojekt unterstützen. Ganz schnell setzte ich ein Schreiben auf, in dem ich für mein Frühblüherprojekt warb, ließ es von meiner Frau Maja den letzten Feinschliff verpassen und streute dutzendweise Kopien an den Ständen der versammelten umweltaktiven Gruppierungen.

Als Gegenleistung zur erhofften Unterstützung meines Frühblüherprojektes sollte es dann ein paar Wildkrokusse für die unterstützenden Umweltgruppen geben.

Tatsächlich meldete sich telefonisch kurz darauf ein Mensch vom Förderkreis Umwelt- und Naturschutz Hondelage, der Interesse an den Wildkrokussen hatte. Nachdem dieser gutmütige aber etwas wortkarge Mensch dann bei mir vor der Haustür stand wurden wir uns schnell handelseinig.

Er bekam Wildkrokusse von mir und ich durfte dafür meine Arbeitsleistung für das Pflanzen im mir damals völlig unbekanntem Ortsteil Hondelage zur Verfügung stellen.

Aus der niederländischen Geschichte wissen wir, dass ich nicht der erste bin, der sich mit Blumenzwiebeln verspekuliert hat.

Zu einem anderen schönen Vereinsjubiläum will ich Euch gerne erzählen, wie die Geschichte weiterging und geht, bis dahin habt noch etwas Geduld und lasst uns gemeinsam viele schöne Feste feiern.


31 - Kleiner Kater - große Wirkung

Von Sylke Strathausen

manchmal sind es die kleinen Dinge, die etwas im Leben bewirken. So auch in diesem Fall.

Da das Gebiet rund um das NEZ wirklich nachhaltig und naturbelassen ist, zieht es einfach magisch an. So auch meinen Kater Balu, der dort ungestört seinen „wichtigen Aufgaben“ nachkommen kann. Manchmal habe ich ihn dorthin begleitet und dadurch diesen Ort sehr zu schätzen gelernt.

Das Gelände ist zwischen den teilweise sterilen Rasenflächen nicht nur ein Rückzugsort für Tiere geworden, sondern gibt auch vielen Hondelagern die Möglichkeit, mitten im Wohngebiet Natur zu tanken. Viele wissen das sehr zu würdigen und finden sich immer wieder ein.

Da ich persönlich neugierig geworden war, was sich hinter den Fensterscheiben verbirgt, habe ich mich kurzerhand vor ca. 1 Jahr per E-Mail an den FUN gewandt mit der Bitte, mir mehr über die einzelnen Projekte zu erzählen. Danke an Kerstin und Thomas, die sich dafür Zeit genommen haben.

Nun kann ich bereits seit einem Jahr beim NEZ Gartenteam das Gelände rund um das NEZ mitgestalten. Aus anfänglichen Bekanntschaften sind sehr schöne Freundschaften geworden, dazu haben die wöchentlichen Arbeitstreffen des NEZ Gartenteams beigetragen.

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass sich noch mehr Mitglieder des FUN dazu entschließen können, aktiv mitzuwirken. Eines kann ich euch versichern – es macht wirklich „FUN“.


30 - Der Garten – meine Aufgabe

Von Barbara Kage-Heiser

Im August 2019 führte eine Radtour des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs unter anderem in die Mergelkuhle bei Hondelage und in das NaturErlebnisZentrum (NEZ). Beides hat mich fasziniert, kurz danach bin ich in den FUN eingetreten. Ich mag die Natur und Gartenarbeit macht mir Freude – im Garten um das NEZ wollte ich mich in den Verein einbringen.

Als ich im Frühjahr 2020 mit meiner Gartenschere im NaturErlebnisZentrum anfing, war der Bewuchs hoch. War das zu schaffen? Glücklicherweise war ich nicht lange allein: Liisa jätete bald beim Moorbeet und nach einer FUN Wanderung kamen Sylke und Juliane dazu. Die drei Fast-Nachbarinnen hat das NEZ zusammengeführt. So wie auch Martina, mit ihrem überwältigenden Garten in Bevenrode. Etwas abseits der Gartenarbeit haben wir für unseren Wirkungskreis Schilder geplant um damit auf den naturnahen Bewuchs, die Artenvielfalt und auf Lebensraumtypen am NEZ aufmerksam zu machen und zu erklären.

Wir sind ein starkes Team. Freitagnachmittag treffen wir uns, sprechen uns ab und gärtnern so wie jeder mag. Anschließend sitzen wir noch eine Weile am Teich zusammen und tauschen uns aus.

Ich komme aus Braunschweig und fahre mit dem Rad zu meinem „Job“ in Hondelage. Bei der Radtour tauche ich in die Wiesen ein und genieße den Blick auf die Landschaft. Bei der Gartenarbeit vergesse ich Zeit und Raum.

Hier treffen sich offene, interessante Menschen, die für die Natur wie auch Kultur eintreten und sich immer wieder neue Projekte überlegen, sich Anregungen geben und zusammenwirken.


29 - Die Macht der Inspiration oder manche Dinge brauchen Zeit

Von Edith Grumbach-Raasch

Was braucht es eigentlich, um für ein Thema aktiv zu werden? Im Kopf ist man ja schnell dabei zu wissen, was das Gute und das Richtige ist. Doch vom Wissen zur Tat gibt es diverse Umwege. Neben dem Mangel an frei verfügbarer Zeit auch die Überwindung des inneren Schweinehundes.

Im Naturschutz ist es ist wie mit der Solidarität. Auch er funktioniert nur, wenn man eigene Interessen hintenanstellt – und es braucht Motivation. Es braucht Menschen, die für das Thema brennen und einen mitnehmen.

2015, bei einer Radtour mit Kollegen nach Riddagshausen, konnten wir jemanden kennenlernen, der für sein Thema brennt. Die Führung von Dr. Hoppe-Dominik war so inspirierend, dass ich mich damals aufgemacht habe, mehr über den FUN zu erfahren. Zum Glück, kann ich sagen, denn mein innerer Schweinehund ist nach drei Jahren Mitgliedschaft im FUN recht zahm geworden. Zumindest wenn es um das Thema aktiven Naturschutz geht – den ich in der Ortsgruppe Waggum regelmäßig unterstütze.


28 - Ein Verhängnisvoller Anruf

Von Lena Burkhardt

2015, Abschlussklasse der Ricarda-Huch-Schule. Biologieunterricht, kurz vor der Mittagspause. Etwas gelangweilt schaue ich auf mein Smartphone. Sehr überrascht bin ich, dort tatsächlich etwas Neues zu finden: Mama ruft an.

Seltsam, denke ich mir, das muss wichtig sein. Ich gehe leise raus und nehme den Anruf entgegen.

„Ja, was ist denn los?“ frage ich besorgt.

Ganz aufgeregt, am anderen Ende der Leitung: „Du, ich habe da wen vom FUN bei Penny getroffen – die suchen junge Leute, die nach der Schule ein Freiwilliges Soziales Jahr machen möchten – das wäre doch was für dich? Ruf da mal an, vielleicht hast du noch Chancen!“

 Etwas verdattert fragte ich „FUN? Was ist das denn?“

„Na das sind doch die mit den Amphibien und den Teichen, die machen viel im Naturschutz, das findest du doch so spannend.“

Nun, so kam ich als eine der ersten beiden „Bufdis“, wie man die Absolventen eines Jahres im Bundesfreiwilligendienst nennt, im Jahr 2015 zum FUN. Dass der FUN viel mehr erreicht hat und deutlich breiter aufgestellt ist als reinen Amphibienschutz, das habe ich seitdem gelernt, und täglich lerne ich Neues dazu. Angefangen bei den extensiven Beweidungsprojekten über das Organisieren von Veranstaltungen im Bereich der Umweltbildung bis hin zur Pflege von Streuobstbäumen und zum Einwerben von Fördermitteln. Nach meinem Jahr als Bufdi bin ich dem FUN weiter ehrenamtlich verbunden geblieben. Mittlerweile leite ich das Projekt „Lebensraumentwicklung durch Schafbeweidung“. Aber wie ich zu den Schafen gekommen bin, das ist eine ganz andere Geschichte…


27 - Von der Mergelkuhle zum FUN

Von Stefanie Bucher-Pekrun

Es fing damit an, dass mich mein früherer Nachbar nach ein paar Hämmern fragte – für die Geburtstagsfeier seines Sohnes mit Fossiliensuche in der Mergelkuhle Hondelage. So kam ich auf die Idee, dort geologische Führungen anzubieten, nachdem ich schon seit einigen Jahren an verschiedenen Standorten in der Region für den Geopark Führungen gemacht hatte. An einem Samstag im September 2011 leitete ich meinen ersten „Fossilien-Kindergeburtstag“ in der Mergelkuhle – unmittelbar nach dem spektakulären ersten Fischsaurierfund, von dem ich dann am darauffolgenden Montag in der Zeitung las!

Nachdem ich einige Jahre immer wieder einzelne Führungen angeboten hatte, bin ich 2015 auf Vorschlag von Bernd Hoppe-Dominik dem FUN beigetreten. Seitdem bin ich immer wieder schwer beeindruckt von dem, was der FUN an Naturschutzaktivitäten leistet! Bei mir kamen zu den Führungen durch die Mergelkuhle noch einige Urwaldführungen und eine Beteiligung an der Leitung der Schul-AG. Über eine Mitarbeit an der Broschüre über die Mergelkuhle bin ich inzwischen auch in die Flyer-Gruppe gekommen. Begeistert bin ich von dem Angebot des FUN an spannenden Vorträgen und Exkursionen (wenn kein Corona ist), und nicht zuletzt: das leckere Rind- und Büffelfleisch esse ich sehr gerne.


26 - FUN – Juwel im Nordosten von Braunschweig

Von Christos Pantazis

Durch meine politische Arbeit habe ich mit vielen Vereinen und Verbänden zu tun – daher kenne ich auch den FUN schon lange.

Kurz nachdem das NaturErlebnisZentrum fertig war, habe ich es gemeinsam mit unserem Bürgermeister Ulli Markurth angeschaut und mit ihm über das Haus und den Verein gesprochen. Das macht den Verein aus: Ökologische, nachhaltige Bauweise – ein Strohballenhaus hatte ich vorher noch nicht gesehen. Die ganze Philosophie ist einfach bemerkenswert. Es hat mich tief beeindruckt, was die Ehrenamtlichen dort auf die Beine gestellt haben. Ich bin daraufhin Mitglied geworden und habe den Machern zugesichert, dass ich gerne helfe, wenn Not am Mann ist.

Was ich sehr schön finde: Der Verein betreibt nicht nur klassischen Naturschutz, sondern auch Umweltbildung. Gerade in der heutigen Zeit mit Klimakrise und vielen Umweltproblemen ist es sehr wichtig, dass die Menschen Natur und Schöpfung wertschätzen. Der Verein berät auch in Umwelt- und Naturschutzfragen – sehr unterstützenswert.

Gerne erinnere ich mich an den geselligen Teil des Umweltschutzes zurück – an ein Fest, an dem ich mit meiner Frau teilgenommen habe. Heidschnucken und Rinderpfanne aus eigener Haltung gab es – eine sehr schöne Veranstaltung.

Aber die Arbeit steht natürlich im Mittelpunkt. Was ich sehr toll finde sind die Naturschutzprojekte. Die Schunterrenaturierung und die Beweidung mit Schafen und Schottischen Hochlandrindern in der Nähe von Hondelage – einfach super.

Der Verein ist mit inzwischen mehreren hundert Mitgliedern ziemlich groß geworden. Mit Amphibienschutz an den Straßen, dem Pfarrgarten und vielen anderen Aktivitäten, die man ja nicht gleich sieht – die vielen ehrenamtlich geleisteten Stunden – Respekt und Anerkennung für das, was der Verein leistet – ich ziehe meinen Hut und gratuliere zu den vergangenen dreißig Jahren und freue mich auf die Projekte der kommenden 30 Jahre.


25 - Wie ich zum FUN kam

Von Heidelore  Mangelsdorf

EIGENTLICH möchte ich den FUN nur mit meiner Beitragszahlung fördern und ansonsten still im Hintergrund bleiben … Das waren meine Worte, als ich meine Beitrittserklärung abgab anlässlich des Herbstfestes 2013, zu dem mich mein Mann, der schon fast ein Jahr dem FUN angehörte, mitgenommen hatte. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie ich mich aktiv in den FUN einbringen könnte!

Doch dann kamen die Aktivitäten wie von selbst auf mich zu: Ich ging regelmäßig zu den Monatssitzungen. Ich marschierte mit im Faschingsumzug durch Hondelage, um den FUN zu „repräsentieren“. Ich bestimmte Amphibien und trug sie über die Straße. Ich begleitete, wenn nötig, die Schul-AG auf ihren Erkundungsgängen.

Das war schon ein guter Einstieg! Doch dann fand ich meine Liebe auf den ersten Blick!

Das war beim Sommerfest 2014 mit Grill und Lagerfeuer mitten in dem urwüchsigen Pfarrgarten. Ich war von diesem idyllischen Ort, der mich an meine Kindheit erinnerte, sofort angetan. Ein FUN-Mitglied führte mich durch die Anlage mit ihren vielfältigen Strukturen- die allerdings allzu sehr überwuchert und verwildert waren. Augenblicklich stieg in mir der Wunsch auf, hier pflegend Hand anzulegen.

Noch während des Festes konnte ich für meine Idee eine kleine Gruppe begeistern, die bereit war mitzumachen. Nach einer Einführung vor Ort durch Klaus Hermann, dem „Begründer“ des Pfarrgartens, machten wir uns ans Werk und sind seitdem regelmäßig tätig.

Sinnvolle Naturarbeit, Möglichkeit zur Naturbeobachtung, Gemeinschaft mit anderen Aktiven, ja selbst Entspannung im Garten – das möchte ich nicht mehr missen.


24 - Wie Hondelager Gene in die weite Welt kamen

Von Wilfried Schäfer

Seit einiger Zeit werden beim FUN Schottische Hochlandrinder gehalten. Eines der Tiere,  unser junger Scottish Highland Bulle Hektor, trat im Mai 2012 die Reise ins Waldeckische Upland, einem Teil des Sauerlandes, an. Wie der FUN in Hondelage hält mein Cousin dort einige Hochlandrinder. Hektor wurde dort als neuer Deckbulle benötigt, da weder mein Cousin noch seine Hochland Kühe Glück mit dem bisherigen Deckbullen hatten. Mit unserem Hektor sollte sich das aber ändern.

Auch wenn dieser die gesamte Strecke rückwärts schauend und fast bewegungslos stehend im Anhänger verbrachte – es waren immerhin 300 Kilometer zu bewältigen – so blühte er dann um so mehr in seiner neuen Heimat auf. Hektor – der das helle Rückenfell seiner Mutter geerbt hatte – hinterließ im Sauerland eben diese "blonde" Spur. Die Zahl der Scottish Highland Rinder mit diesem Markenzeichen wurde immer größer, denn auch die anderen Rinderzüchter im kleinen Dorf Rattlar, einem Ortsteil von Willingen, nutzten die neuen Gene aus Hondelage. Immer wenn ich bei meiner Verwandtschaft im fernen Sauerland zu Besuch war, stattete ich auch unserem Hektor einen kurzen Besuch ab. Ich hatte das Gefühl, dass er sich noch an mich erinnern konnte. Bei mir war er immer sehr zutraulich und irgendwie anders, so sagten meine Kollegen im Rinderteam des FUN. Das raue Wetter im Sauerland hat ihm jedenfalls nichts ausgemacht und mein Cousin und seine Hochland Kühe hatten ihre Freude.


23 - Der kleine Ausreißer

Von Monika Baumunk

Diese Geschichte hat sich schon vor ein paar Jahren zugetragen. Auf der Weide am Ackerweg gab es ein neugeborenes Kalb, -leider weiß ich den Namen nicht mehr - das schon mehrfach ausgebüxt war. An einem schönen Frühlingstag war es mal wieder verschwunden. Nachdem ich einen Rundgang um die Weide gemacht hatte und nicht fündig geworden war, holte ich mir Hilfe über die FUN-APP. Gerd,  Bernd und einige andere Helfer kamen – aber auch sie suchten vergebens. Wir beobachteten aber dass die Mutterkuh – ich glaube, es war Ida – immer wieder zu derselben Ecke hinlief und ganz laut muhte. Das war die Ecke, an der der Weg zu Penny hinführt.

Nachdem unsere Leute unverrichteter Dinge wieder abgezogen waren, versprach ich Bernd, nochmal auf die Suche nach dem kleinen Ausreißer zu gehen. Ich holte mir Unterstützung durch meinen Hund und durchstreifte mit ihm den Wald zwischen Weide und Penny, aber es war weit und breit kein Kälbchen zu sehen. Inzwischen war ich auf dem Penny Parkplatz angekommen und fragte dort die Leute, ob sie ein Kalb gesehen hätten. Da wussten doch tatsächlich einige mit der Bezeichnung “Kalb“ nichts anzufangen. Also fragte ich nach einer kleinen Kuh. Na, da haben sie mich angeguckt, als sei ich nicht ganz zurechnungsfähig. Es konnte mir keiner helfen.

Ich ging zurück zur Weide. Dort stand die Mutterkuh immer noch an derselben Stelle und muhte. Als ich noch einige Meter von ihr entfernt war, legte mein Hund sich auf den Boden, bellte unentwegt und war nicht mehr zu bewegen, weiterzugehen Es half kein Zureden. Also ging ich allein weiter und suchte gründlich im Gras. Immer wenn ich zu einer bestimmten Stelle kam, bellte mein Hund noch lauter. Darum bog ich an dieser Stelle das sehr hohe Gras auseinander – und wer lag schlafend da? Unser Kälbchen! Es waren viele Spaziergänger direkt daran vorbei gegangen und niemand hatte es bemerkt, denn Kalb und Gras hatten fast die gleiche Farbe.

Da war mal wieder der Beweis, dass ein Hund 100-mal besser riechen kann als ein Mensch.


22 - Naturschutz weiter östlich

Von Georg Pudack

Ich bin Naturschützer mit Leib und Seele, wie man so schön sagt. In meinem Beruf bei der Naturschutzbehörde in Wolfsburg habe ich Tag für Tag einiges bewirken können.

Im Laufe der Zeit habe ich mitbekommen, dass es in der Nachbarschaft, in Hondelage, einen unglaublich aktiven Verein gibt, der mit seiner ehrenamtlichen Arbeit die Landschaft gestaltet und bereichert. Das hat mein Interesse geweckt und nicht zuletzt in Hinblick auf die Zeit nach der aktiven beruflichen Tätigkeit habe ich Kontakt zu diesem außerordentlichen Verein – mir ist kein vergleichbarer weit und breit bekannt – aufgenommen. Alle anderen Vereine haben mit nachlassendem Interesse und sinkenden Zahlen an Aktiven zu kämpfen. Nicht so der FUN. Beim FUN habe ich gefunden: hier gibt es einerseits eine ausgezeichnete fachliche Expertise (sie wissen, was sie tun) und andererseits unglaublich viele Menschen, die sich in der einen oder anderen Form aktiv einbringen.

Es gibt darüber hinaus - wenn das nicht gerade Corona-Zeiten verhindern – ein ausgeprägtes soziales Vereinsleben. Die Mitglieder treffen sich zu Braunkohlwanderung, Sommer- oder Herbstfest und jeden Monat zur monatlichen Sitzung, in der (teilweise hitzig) die aktuellen Themen besprochen werden.

All das finde ich richtig gut und engagiere mich deshalb in diesem Verein. Ich wohne in Lehre – deshalb war es für mich naheliegend, den räumlichen Wirkungskreis des Vereins etwas über das direkte Umfeld von Hondelage auszuweiten. Im Rahmen der Ortsgruppe in Lehre sind wir seit etlichen Jahren aktiv im Amphibienschutz, pflegen Biotope und legen neue an. Freude am Naturschutz auch zwischen Braunschweig und Wolfsburg!


21 - Wer oder was hat mich eigentlich zum FUN geführt?

Von Bergit Flachsbart

Seit ich das erste Mal eine Kröte auf Händen getragen habe, konnte ich meine Begeisterung für diese Spezies vor niemandem verbergen. In ihrer behäbigen, für mein Gefühl leicht unterkühlten Art haben diese Tierchen auf Anhieb mein Herz erobert. Wenn sich irgendwo am Urlaubsort oder in dem biotopähnlichen Fensterschacht vor meinem früheren Arbeitszimmer eine oder mehrere Kröten zeigten, mussten sie einfach durch meine Hände wandern, bevor ich sie wieder zurück ins weiche, feuchte Moos setzte. – Sie fanden es wohl nicht schlimm, denn Jahr für Jahr kamen sie aus irgendwelchen unterirdischen Gängen wieder hervor, um dort im Schacht ihr Quartier zu beziehen; große und kleine Kröten, fast ein Familienverbund, manchmal sechs bis acht an der Zahl.  In stillen Abend- und Arbeitsstunden konnte ich ihr Fiepen durch Hauswand und Fenster pünktlich Anfang März hören.  Kröten und Frühling, beides gehört für mich bis heute zusammen.

Auch Dieter Roese-Koerner wusste von meiner speziellen Begeisterung, sodass er mich kurz vor meinem Ruhestand fragte, ob ich nicht Lust hätte, beim FUN mitzumachen. Da könnte man im Frühjahr jede Menge Kröten über die Straße tragen. – Natürlich habe ich dieses Angebot nicht ausgeschlagen und bin 2008 dem Förderkreis Umwelt- und Naturschutz beigetreten. Viele Jahre habe ich dann beim Amphibienschutz mitgeholfen. Und einmal hatte ich dabei tatsächlich das Glück, mich als „Kröten-Königin“ zu fühlen. Es passte alles an unserem Einsatztag zusammen: Luftfeuchte, Bodentemperatur, Krötenzäune an der L639 bei Wendhausen – und ich mit Christa und Dieter Roese-Koerner im Rettungsteam. Über 1000 Kröten haben wir an diesem Morgen aus den Fangeimern geholt und sicher über die Straße getragen. Das war ein wunderbares Gefühl für uns drei; fast ein „Ritterschlag“!

Nun, es blieb für mich nicht bei der Kröten-Rettung. Der FUN bot noch etliche andere Möglichkeiten, um sich naturschutzmäßig zu engagieren…    13 Jahre bin ich inzwischen dabei, keines war wie das vorherige, aber immer wieder angefüllt mit einzigartigen Begegnungen und Erlebnissen – was für ungeahnte Bereicherungen! 

DANKE an meine kleinen, wechselwarmen Freunde, an Dieter und diesen besonderen Verein.


20 - Der FUN mach fun

Von Dieter Kühn

Am Anfang der ökologischen Gestaltungen in Hondelage wurde häufig von „Den Hoppes“ gesprochen, denn Bernd, Gerd und Kerstin hatten die Ideen. Diese Personengruppe mutierte mit Gleichgesinnten zum FUN. Das ist nun 30 Jahre her und im NEZ, dem repräsentativen Domizil, steht ein kompetentes Team engagiert Rede und Antwort in Sachen Ökologie.

So erfahren naturbegeisterte ABC-Schützen bei ihren ersten Schritten in die Biotope, dass FUN die ersten drei Buchstaben und NEZ (Natur-Erlebnis-Zentrum) die letzten Buchstaben des Alphabets für Natur und Umwelt sind. Außenstehende ermahnen manchmal, die Buchstaben FUN deutsch zu artikulieren und den Begriff nicht als englischen Wortschatz zu gebrauchen, wo fun Spaß bedeutet. Wenn es um die Farbe „Grün“ geht, sehen einige Bürger „Rot“, weil auf naturüberlassenen Wiesen und sich entwickelnden Biotopen nur Unkräuter und wildwachsendes Gestrüpp zu sehen ist. Wer in die Rote Liste und auf die verschwindende Artenvielfalt auf dem blauen Planeten schaut, sieht viel Schwarz.  Da präsentiert der FUN durch seine Arbeit am Horizont doch einen glänzenden Silberstreifen mit der farbenprächtigen Vielfalt der Blumen, Gräser und Sträucher mit Seltenheitswert. Er schafft in der renaturierten Schunteraue einen Lebensraum für große und kleine Tiere von A wie Amphibien bis W wie Wasserbüffel oder Z wie Zikaden. Dar Hondelager Naherholungsbereich lädt in allen Jahreszeiten ein, auf Entdeckungstour zu gehen, die fun (Spaß) macht.


19 - Die dekorative Seite des FUN

Von Christa Roese-Koerner

Seit 2003 bin ich dem FUN etwas nähergekommen: Dieter ging regelmäßig samstags zur Naturschutzgruppe und später auch einmal im Monat zum Sitzungsabend. Immer wieder berichtete er über die Arbeit in der Natur und über das Geschehen bei den Sitzungen. „Komm doch mal mit, sieh dir das an“ hörte ich regelmäßig. Ehrlich gesagt war ich an der Arbeit auf dem Felde nicht so interessiert – mir reichte mein Garten, den ich – abgesehen vom Rasenmähen – allein versorgen durfte. Aber interessant fand ich es dann doch und so bin ich also zu den monatlichen Besprechungen mitgegangen.

Seit 2005 bin ich Mitglied und habe mir meine Nische bei den Aufgaben gesucht. Die handwerklichen Arbeiten im Verein waren nicht so meine Sache, aber bei den Festen und Feiern für einen angenehmen und schönen Rahmen zu sorgen – das war mein Ding. Tische herrichten, Dekomaterial zusammensuchen oder auch selbst basteln – es ist einfach schön, nach den mühevollen Vorbereitungen das fertige Werk zu betrachten.

Nun findet nicht jede Woche eine Veranstaltung statt – es blieb mir noch etwas Zeit, so dass ich die Patenschaft für eine unserer Bänke übernommen habe – immer mal nachsehen, ob alles in Ordnung ist und die fremden Hinterlassenschaften beseitigen. An der Betreuung der Schul AG habe ich mich auch beteiligt, einer Arbeitsgruppe, die jedes Jahr in der Grundschule in Hondelage angeboten wird. Schön war, dass ich für diese Gruppe auch noch zwei Nachbarinnen begeistern konnte, die seitdem ebenfalls im FUN aktiv sind.

Gerade diese Erinnerung hat auch eine dunkle Seite: Mich bedrückt, dass sich immer weniger Menschen – junge Leute und auch junge Rentner – finden, um Aufgaben in Vereinen zu übernehmen. Ein kleiner Lichtblick ist unsere Schafgruppe, die sich aus dem Kreis unserer ehemaligen Bundesfreiwilligendienstler gefunden hat.

Ich freue mich jedenfalls schon auf die „nach Corona Zeit“, in der wieder Feste veranstaltet und Feiern ausgerichtet werden können – meine Deko liegt bereit.


18 - GC5D5KY: Stroh und Lehm in Hondelage

Von Ommo Ommen

Unter dem Titel „Stroh und Lehm in Hondelage“ habe ich am 4.10.2014 zwei meiner Hobbies verbunden: Einsatz für den Naturschutz und das Geocachen.

Eine Geocache-Variante ist das CITO–Event, diese Abkürzung steht für „Cache In Trash Out“. Diese Müllsammelaktion kann auch für andere Tätigkeiten im Bereich Umweltschutz / Naturschutz verwendet werden. Und so reifte die Idee, den ehrenamtlichen Einsatz beim Bau des NaturErlebnisZentrums (NEZ) durch eine Einladung zum CITO zu unterstützen. Die Ankündigung erfolgte über die Geocaching-Plattform: https://www.geocaching.com/geocache/GC5D5KY und bleibt dauerhaft aufrufbar.

Stroh und Lehm konnten wegen Bauverzögerungen noch nicht verarbeitet werden, aber insgesamt 14 Geocacher kamen und halfen z. B. durch das Sägen und Anbringen von Weichholzleisten zur Vorbereitung der Putzarbeiten. Beim Arbeiten und den obligatorischen Pausen kamen sich Naturschützer und Geocacher näher. Im Logbuch war später von Sailor404 zu lesen „Jetzt wohne ich nur 500 m entfernt und bin auch noch in dem Verein, der das Haus baut. Aber es musste erst dieser Event sein, dass ich mich aufraffe und auch mal mit anfasse...“.

An vielen vom FUN betreuten Flächen sind Geocaches versteckt, also kleine Behälter mit einem Logbuch. Über das Internet werden die Standorte als Koordinaten der Geocacherszene verraten. Mit GPS-Geräten oder einer geeigneten Smartphone-App ausgestattet, suchen die Geocacher dann die Behälter. Sie tragen sich in das Logbuch ein und dokumentieren ihren Fund über eine Internetplattform. Meine Geocaches in Lehre (Otteteich und Köterkamp) werden regelmäßig gefunden. Die Logeinträge geben sehr häufig positive Rückmeldungen, wie von NeverElevator: „Was für ein schöner Ort, so idyllisch und friedlich. Ohne das Cachen wäre ich hier nie hergekommen“. Da sehe ich dann einen echten Mehrwert der oft belächelten „Schatzsuche“.


17 - Zurück zur Landwirtschaft

Von Dieter Roese-Koerner

Mein Vater hatte eine Landwirtschaft und hat Pferde gezüchtet – in diesem Umfeld bin ich aufgewachsen. Nach einer dreijährigen Ausbildung in verschiedenen Betrieben und anschließend noch einmal 3 Jahre Schule in Hildesheim drohten Veränderungen: Die Bundeswehr wollte mich in ihre Reihen eingliedern. Die Alternative: anderthalb Jahre zur Polizei – das schien mir der bessere Weg. Was ich vorher so nicht geplant hatte – in dem Verein bin ich geblieben.

Viele Jahre später machte der Übergang in den Ruhestand meiner Frau erheblich Sorgen – sie meinte, der Sessel sei zu anziehend für mich. Da kam dann der FUN ins Spiel. Es hat mir immer Freude gemacht, in der Natur zu arbeiten. Im Sommer 2003 habe ich mich dann aktiv in der Samstagsgruppe beim Naturschutz beteiligt. „Komm doch einfach mal vorbei“ meinten die Aktiven, „irgendetwas gibt es am Fledermausbunker in der Mergelkuhle zu machen“. Das war der Start zu einer regelmäßigen Tätigkeit – ich war froh, dass ich mal von zu Hause wegkam und Christa hatte freie Bahn.

Kleine Begebenheit am Rande: Einer der Urväter des FUN, Peter Meier, fragte mich, ob ich denn mobil sei? Ok, ein Auto hatte ich – und sogar mit Anhängerkupplung – trotzdem war meine Antwort klar: „Peter, das Auto bleibt zu Hause, das kommt nicht zum Einsatz“. Aber die FUN Leute waren auch damals schon hartnäckig. Peter besorgte eine Anhängerkupplung fürs Fahrrad und einen kleinen Anhänger – damit brachte ich fortan Geräte und Materialien zum Einsatzort.

2006 begann für mich im FUN ein neues Zeitalter: Zwei Schottische Hochlandrinder wurden angeschafft. Gerd Hoppe meinte: „du hast landwirtschaftliche Kenntnisse und kannst mit Tieren umgehen, wir sind nun gemeinsam dafür verantwortlich“.

Bald kam Anton, unser erstes Kalb, auf die Welt und die kleine Herde wurde langsam größer. Für mich war die entstandene Gemeinschaft sehr schön – es bildete sich eine kleine Betreuergruppe, die sich bis heute jeden Tag um die Tiere kümmert.

Der Bau des NaturErlebnisZentrums in Hondelage hat viele Kräfte gebunden. Ich habe mich da nicht unmittelbar beteiligt, aber umso mehr galt es, die nun fehlenden Rinderbetreuer zu ersetzen. Ab diesem Zeitpunkt waren meine täglichen Fahrradrunden zu den Tieren fester Bestandteil meines Tagesablaufes. Das ist bis heute so geblieben. Es macht mir einfach Freude die Tiere auf ihren Weiden zu erleben und auch dem einen oder anderen Besucher zu erklären, wie das alles zusammenhängt.


16 - Naturschutz und Geologie – passt das?

Von Herbert Horn

Als Nicht-Hondelager bin ich kein Mann der ersten Stunde, wusste aber durch Bernd Hoppe-Dominik, meinem damaligen Kollegen im Umweltamt, dass in Hondelage eine Naturschutztruppe aufgebaut wird. Da in den 90er Jahren noch ein etwas anderes Naturschutzverständnis vorherrschte, sah ich mich als "Mann des Untergrunds" zunächst nicht direkt angesprochen. Arten- und Biotopschutz waren nicht meine Kernkompetenz – bei der Geologie und den Landschaftsstrukturen fühlte ich mich wohler.

Mit der Mergelkuhle begann sich der Blick des Vereins zu weiten, Geologie und Paläontologie gehörten nun zum Spektrum dazu.  Ende der 90er lud mich Bernd zusammen mit einigen anderen Interessierten zu einem unverbindlichen Abend bei seinem Bruder Gerd ein. Wir saßen gemütlich in einem ziemlich eingegrünten gläsernen Zimmer, es gab guten französischen Rotwein und von Anfang an beeindruckte mich das enorme Engagement der Anwesenden. Es war spürbar: Hier hatten sich einige Leute etwas vorgenommen, hier sollte etwas in Sache Naturschutz bewegt werden – die Frage der Mitgliedschaft konnte schnell geklärt werden.

Leider zeigte sich im Laufe der Jahre, dass von meinem Domizil im Süden von Braunschweig ein effektives Engagement im Norden nur eingeschränkt möglich war. Neben der räumlichen Entfernung fehlte mir auch der direkte örtliche Bezug. So war mein Beitrag zum FUN über die Jahre gesehen übersichtlich und oft an der Grenze zur passiven Mitgliedschaft. Das änderte sich leider auch nicht im Rentenalter. Trotzdem werde ich immer dem FUN verbunden bleiben und freue mich, hier und da, an der einen oder anderen Stelle, hilfreich sein zu können.


15 - Sightseeing  auf „hondelagisch“

Von Geza Gal

Wenn jemand in Hondelage einen Spaziergang tut, so kann er was erzählen …  
(Frei nach Matthias Claudius)

Immer wenn wir Gäste aus der großen weiten Welt haben, stellt sich die Frage: Was zeigen wir ihnen von unserer Umgebung?

Braunschweig … klar, Autostadt … ein Muss … Aber wenn man sich nicht ins Auto setzen möchte?

Dann gehen wir los in Richtung NaturErlebnisZentrum (NEZ). Und da rücke ich raus mit einer meiner Lieblingsgeschichten, als ich meine Werkzeuge (das Klavier und die Trompete) gegen Zange und Hammer getauscht habe und beim Bau des Strohballenhauses meine Hilfe angeboten habe. „Aber ich habe doch keine Ahnung was ich machen soll“, sagte ich… „Wir auch nicht immer“, war die Antwort mit einem Lächeln von Gerd, wenn ich mich richtig erinnere.           
Alle unsere Gäste müssen unser NEZ bewundern und besonders die Stellen, an denen ich mitgewirkt habe :-).

Auch bei unserer Konzertreihe im Rahmen „Natur und Kultur“ finde ich immer Mitstreiter. Ob Kerstin, Thomas oder Nachbar Bernd: Ihr palavert nicht viel, sondern packt an!  

Unser nächster Stopp mit den Gästen: Geo-Punkt Ölschiefer-Grube. Mit breiter Brust wird die Geologie von Hondelage präsentiert. Natürlich ein FUN Projekt! Daneben die vielen Teiche …, die Gäste werden auch langsam müde und wir nehmen den Weg nach Hause. Da sehe ich die Rinder … und bevor ich dazu etwas sagen kann, kommt von unseren Gästen: „Jaa, … Géza, wir wissen es: FUN!“


14 - Von Kröten und Obstbäumen

Von Werner Fischer

Ein erster Kontakt mit dem FUN ergab sich im Frühjahr 1996. Mein Gartenfreund Dieter Wendt lud mich ein, ihn beim Krötensammeln auf der FUN-Sammelstrecke zu begleiten. Es blieb nicht bei dieser einen Krötensaison. Mit meiner Frau Helma bildete ich danach all die Jahre bei schönem, aber auch miserablem Wetter ein Sammelteam. Neben diesen Terminen und den Samstagstreffs gab es immer wieder die unterschiedlichsten Arbeitseinsätze, auch in der Woche. Bei jedem Wetter wurden u. a. Weidezäune und Unterstände für unsere Rinder gebaut. Aufregend ist das Umtreiben und Versorgen unserer Rinder, die sich über jede Streicheleinheit freuen. Highlight war natürlich der Bau des NaturErlebnisZentrums. Viel Neues habe ich durch meine Mitarbeit dabei gelernt.
Von Beginn an wurden mir die Obstbäume anvertraut: „...denn du hast ja einen Kleingarten“. Es macht mir immer wieder viel Freude, das Wachsen und die Ernte unserer zahlreichen Obstbäume zu erleben – auch der Obstbaumschnitt ist zu einer regelmäßigen Beschäftigung geworden.

Goldparmäne, Jakob Lebl oder Zuccalmaglio, einige alte Apfelsorten, sind eine Augenweide. Meine Entscheidung, mich in diesem Verein zu engagieren habe ich nicht bereut. Jeder Spaziergang durch die Hondelager Feldmark ist durch die Arbeiten des FUN zu einem Erlebnis geworden, und ich darf daran mitarbeiten.


13 - Aktiv in Waggum

Von Hans Otto Bense

Immer mal wieder habe ich verfolgt, was in der Natur um Hondelage so passiert. Der FUN war für mich wie eine „Spitze“ im Umweltschutz – da wollte ich einfach mitmachen. 1997 bin ich in den Verein eingetreten und hatte viel Freude daran, mich mit anderen netten Menschen beim Naturschutz zu beteiligen. Als später das Grünland des Vereins mit Rindern beweidet wurde, war ich bei den Rinderhirten dabei. Wo gibt es denn heute sonst noch Kontakt zu Rindern auf der Weide? Kontrollieren, Umtreiben und auch mal füttern – das war mal was anderes. Als der Bau des NaturErlebnisZentrums in Hondelage begann, war ich mit von der Partie. Ein Strohballenhaus – das war neu und hat mich gereizt. Holzarbeiten und Strohbau, das war wirklich etwas für mich. Gesundheitlich bin ich inzwischen etwas eingeschränkt, bin aber noch regelmäßig bei der Ortsgruppe Waggum dabei und habe das auch in Zukunft vor. Die Gruppe in Waggum pflegt das Biotop an der ehemaligen Kläranlage – dort gibt es Teiche, Obstbäume und schöne, natürliche Bereiche. Die Aktiven treffen sich dort jeden Mittwochvormittag. Ich freue mich, immer noch in der Gruppe aktiv zu sein und die Naturschutzarbeit zu unterstützen.


12 - Wie ich zum FUN kam und die Gründung des Vereins erlebte

Von Peter Meier

Es war in den 70er – 80er Jahren, als das Handeln vom Menschen gegen Natur und Umwelt sehr deutlich wurde. Ich hatte schon die Bücher von Hoimar von Ditfurth – 1975 – „Im Anfang war der Wasserstoff" und dann1988 das entscheidende Buch "So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen" gelesen, die mich sehr beeindruckt hatten. "Da muss man was tun" war im Kopf, aber wie und was?

Ich war irgendwann im Jahr 1990 in meinem Garten, da kam unser Nachbar Christian Meyer am Zaun vorbei und sagte: „Da ist so eine Ortsgruppe des BUND, die wollen vor Ort etwas für die Natur und Umwelt machen“. Vor Ort was machen, das wäre was für mich.

Die nächste Gelegenheit, die Gruppe kennen zu lernen, war die Aktion: Bäume an der Straße nach Bevenrode pflanzen. Das war für mich ein schönes Erlebnis "endlich mal etwas Nachhaltiges vor Ort machen, da will ich mehr tun“ war der Gedanke.

Eine Gruppe um den Kern der Familie Hoppe traf sich zu den ersten Sitzungen zur Gründung eines Vereins. Viele Fragen tauchten auf: Wie soll der Verein heißen? „Förderverein“ war gut, aber es gab schon viele Ähnliche. "Förderkreis" klang besser. Ein Vorsitzender musste gefundenen werden – wer soll's machen? - kein Gedränge in der Sitzung! Nach vielen Diskussionen "Wer will's denn nun machen" hatte ich mich gemeldet – keine Ahnung, was auf mich zukommen könnte. „Mache ich, wenn es ein gutes Team wird“. Notfalls kann mich ja bei der nächsten Mitgliederversammlung wieder abwählen lassen. Das Team war und ist bis heute so gut, dass ich 19 Jahre im Vorstand blieb, bis zu meinem Umzug 2006.

Weitere Gründungssitzungen folgten. Der Grundgedanke war: Jede / jeder soll willkommen sein, ohne Anmeldung, ohne Mitgliedschaft kann sie / er mitmachen.

Dann kam: „Wir brauchen eine Satzung“ schauen wir mal Andere an – BUND hatte eine – etwas umformulieren, passt.

Der Name muss stehen: „Förderkreis Umwelt- und Naturschutz Hondelage“ war gut. Die Kurzform „fun“ war ideal. Nur „fun“ war gefährlich für Abmahnungen, in der Werbung verbreitet und die Gefahr der Markenverletzung groß. Die Kurzform „fun-Hondelage“ (heute großgeschrieben, FUN) war ungefährlich. „Wir brauchen ein Logo“ war Konsens in der Gruppe. Der Storch in Hondelage aus dem ersten Flyer der Ortsgruppe des BUND sollte es sein. Selbstgebastelt - erst gezeichnet dann mit den ersten Windows Computern verbessert. Dann ging es stetig so weiter.

Ein Beispiel war das erste Grundstück, 1.300 m² von der Bahn erworben. Da musste ein Teich hin! Von Hand gebuddelt – mühsam, aber schön. Es kamen neue Leute hinzu und die Projekte und Aufgaben wuchsen stetig weiter.

Heute sehe ich mit großer Freude, wie sich der FUN weiterentwickelt hat und eine hohe Anerkennung weit über Hondelage hinaus genießt. Besonders freut mich wie viele junge Leute heute mitmachen.


11 - Nur nicht aufgeben!

Von Thomas Romanowsky

Es muss Ende der 1990er Jahre gewesen sein. Damals hatten wir im Verein noch keinen Bagger, um, wie Jahre später, viele Kleingewässer für Amphibien anzulegen. Das bedeutete Hacke, Spaten und Schaufel. Wir wollten ein Gewässer an einem Schlehengebüsch zwischen Hondelage und Wendhausen, nahe der damals noch aktiven Bahntrasse, anlegen.

Nachdem wir ein größeres Teichloch gegraben und das Ufer modelliert hatten, freuten wir uns auf den nächsten Regen. Obwohl wir uns im Gebiet der Schunteraue befanden, blieb das Wasser leider nicht stehen. Nur nicht aufgeben!
Der Versuch, das Teichloch mit Lehm-Tonplatten auszulegen gelang, leider versickerte das Wasser dennoch immer wieder sehr schnell im Untergrund. Kurzum, dieses Teichloch füllte sich erst mit den Jahren. Später hatten wir eine goldrichtige Idee: Wir haben einen Bagger angeschafft.

In einem nachhaltigen Stil wurden viele Kleingewässer angelegt, die nicht nur Amphibien neue Lebensräume gaben, sondern der Landschaft auch eine neue Struktur.


10 - Viele Kühe machen Mühe

Von Dieter Kühn

Das NaturErlebnisZentrum hat mit seiner besonderen Bauweise als Strohballenhaus und einzigartiges Unikat im Braunschweiger Land viel Lob und Anerkennung erhalten. Aber ich richte den Fokus auf verschiedenen FUN-Bauten in der Hondelager Gemarkung, denn ich war bei jedem Richtfest dabei. So finden die kuscheligen Schottischen Hochlandrinder und die massigen Wasserbüffel auf den Winterweiden Schutz vor Sturm, Regen und Kälte nicht in einer zusammengenagelten Hütte, sondern in einem komfortablen Unterstand. Solide Zimmermannsarbeit, auf Maß geschnittene Bretter, sturmfeste Dacheindeckung und installierte Photovoltaik lassen erkennen, dass Hobbybauleute mit viel handwerklichem Geschick und detailliertem Fachwissen ans Werk gegangen sind. Diese Wohlfühloasen stehen zum Beispiel auf der Weide am Ackerweg, am Pastorenweg, an der Straße nach Wendhausen und in Dibbesdorf. Engagierte Hüteleute sorgen für Sauberkeit, ein trockenes Strohlager und ökologisches Heu in der Raufe. Den Rinderverstehern haben die großen und kleinen Tiere für so viel Fürsorge und Engagement dankend ins Ohr geflüstert: „Wir wünschen euch weiterhin nachhaltige Freude mit uns und hoffen, dass euch nie  kraftprotzende Chefs auf die Hörner nehmen , dumme Kühe ins Handwerk pfuschen  oder vorwitzige Kälber die Arbeit erschweren, denn jeder weiß: Eine Kuh macht Muh, und viele Kühe machen Mühe“.


9 - Warum in ferne Länder fliegen

Von Thomas Romanowsky

Seit 25 Jahren bin ich Mitglied im FUN und sehr begeistert, was dieser Verein für den Umwelt- und Naturschutz auf die Beine gestellt hat. Schon vor meiner Zeit im FUN bin ich regelmäßig in der Hondelager Landschaft unterwegs gewesen, habe Tiere beobachtet und Pflanzen entdeckt. Aber erst mit dem FUN und den gemeinsamen Aktivitäten, wie z.B. dem Anlegen von Hecken, dem Pflanzen von Bäumen, dem Anlegen von Kleingewässern, dem Pflegen von Grünland usw. bin ich noch tiefer in die Landschaft bei Hondelage eingetaucht. Die gemeinsame Anstrengung aller Mitglieder und die finanziellen Förderungen vieler Institutionen im Lauf der Zeit haben zu einer deutlichen Aufwertung der Landschaft geführt – Tiere und Pflanzen konnten sich gut entwickeln. Erleben durfte ich dies immer wieder, insbesondere durch die Entdeckung und Wiederentdeckung seltener Arten. Und genauso ergeht es mir noch heute. Wenn ich in der Landschaft bei Hondelage unterwegs bin, ist immer ein Spannungsbogen dabei. Was entdecke ich heute?

Also – warum in ferne Länder fliegen, wenn man vor der eigenen Tür so viel schaffen und entdecken kann?


8 - Eine Allee entsteht

Von Michael Bertram

Die Hondelager Straße zwischen Hondelage und Bevenrode ist eine Straße, die von vielen Bäumen gesäumt wird. Im Frühjahr, wenn die Bäume blühen oder im Sommer, wenn alles schön grün ist, sieht es dort sehr schön aus.

Das war aber nicht immer so - ich kann mich noch sehr gut erinnern: Vor 30 Jahren war das eine gerade, kahle Strecke mit einem Graben zu beiden Seiten! Lediglich einen alten Straßenbaum auf halber Strecke zwischen Dorf und Wald gab es! Uns kam die Idee, diese Straße zu verschönern.

Bei einer Aktion mit Hondelager Bürgern, unterstützt vom damaligen Bezirksbürgermeister Jörg Gille, wurden an einem Samstag im Frühjahr alle Bäume gepflanzt und mit Stützpfählen versehen. Nicht alle sind auf Anhieb angewachsen – einige mussten später ersetzt werden. In den ersten Jahren war viel Pflege erforderlich: Die Bäume mussten im Sommer, wenn es trocken war, mit so manchem Liter Wasser mühsam gegossen werden. Um eine richtige Allee mit großen Bäumen und eine schattige Straße zu erhalten, braucht es wohl noch einige Jahre – der Anfang ist jedenfalls gemacht

Ich denke, es hat sich doch gelohnt, oder etwa nicht? 


7 - Wer sich ehrenamtlich engagiert, tut Gutes

Von Anette Glindemann

Wir wollten etwas Gutes tun, meine liebe Freundin Kerstin Hoppe und ich. So sind wir schon in den 80-iger Jahren nach Gorleben zum Bäume pflanzen gefahren. Sie fuhr damals einen fröhlichen VW-Käfer mit einem Abzeichen auf der Tür „Baum ab – nein danke“.

Diese Erfahrung hat uns geprägt und so freuten wir uns, dass sich Ihre Brüder Gerd und Bernd für den Naturschutz hier in Hondelage engagierten und den FUN gründeten. Wir pflanzten Bäume, legten Streuobstwiesen und Biotope an. Im Frühjahr wurden morgens vor dem Dienst auch Kröten gesammelt und über die Straße getragen, leider war nie ein Prinz dabei.

Gerne erinnere ich mich auch an gemeinsame und wunderschöne Segeltörns, die mit vielen Mitgliedern aus dem FUN unternommen wurden. Auch die Sommerfeste im Pfarrgarten waren spektakulär und so saßen wir am Lagerfeuer, manchmal bis in den frühen Morgen hinein.

Seit 1993 durfte ich eine tolle Gemeinschaft erfahren, habe neue Menschen kennen gelernt und sogar Freundschaften fürs Leben geschlossen. Es gibt mir das Gefühl, dass man gemeinsam etwas bewegen kann in diesem Ort.


6 - Weil es ohne Geld nicht geht - 30 Jahre Kassiererin

Von Kerstin Hoppe

Meine erste Erinnerung an das Thema Naturschutz habe ich, da war ich 14 Jahre alt. Meine Freundin Jette und ich haben einen Brief an den damaligen Bundeskanzler Brandt geschrieben. Wir machten uns Sorgen um die Umwelt und fragten, was er denn für eine intakte Natur täte. Vielleicht etwas naiv, aber wir haben eine Antwort bekommen. Das war unsere Motivation, uns weiter zu engagieren: Ein paar Jahre später in der Anti-Atomkraft-Bewegung und dann irgendwann beim Förderkreis Umwelt- und Naturschutz Hondelage (FUN).

Anfangs habe ich noch die Zeit gefunden, bei einigen Naturschutzeinsätzen dabei zu sein, später war ich beruflich zu sehr eingespannt, um mich in die praktische Naturschutzarbeit einzubringen. Bereits bei den ersten Überlegungen zur Gründung einer Naturschutzgruppe stand bei den meisten Mitstreitern fest: „Du arbeitest doch bei einer Bank, mach doch die Kasse“. Ich war in der Datenverarbeitung der Bank beschäftigt und hatte wenig mit Geld und Buchhaltung am Hut – aber das war anscheinend nicht so relevant.

Nun ja – inzwischen bin ich seit 30 Jahren im Vorstand des FUN die Kassiererin. Die ersten Buchungen und Abschlüsse wurden in ein Kassenbuch eingetragen und mit einem Taschenrechner gerechnet. Heute benutzen wir ein semiprofessionelles Tool, übertragen elektronisch die Kontostände und erzeugen fast ebenso automatisch die Jahresabschlüsse. Von anfänglich wenigen Geldbewegungen sind wir inzwischen bei rund tausend Buchung pro Jahr angekommen, machen Budgetplanungen, verwalten mehrere Konten und haben auch schon eine Prüfung der Rentenkasse überstanden.

Seit meinem Ruhestand habe ich mehr Zeit für ehrenamtliche Arbeiten, die ich teilweise dem FUN zur Verfügung stelle: Natur und Kultur gehört inzwischen zu meinem Aufgabengebiet – Organisation, Presse, Aufbau, Abbau – alles, was so dazugehört. Und auch die praktische Arbeit genieße ich wieder. Es ist schön, Zeit für den Bautrupp zu haben, jeden Freitagvormittag mit den Händen zu arbeiten und am Mittag zu sehen, was wir geschafft haben.


5 - 30 Jahre FUN - Als es begann

Von Gerd Hoppe

1989 war die Tränke, der kleine Teich am Sportplatz von Hondelage, ziemlich heruntergekommen. Zu viele Gänse und Enten des Pächters hatten alles Grün beseitigt und den Dorfteich in einen übelriechenden Tümpel verwandelt. Ein Gerücht machte die Runde: Der Teich sollte zugeschüttet werden. Es sollten Parkplätze für den Sportplatz entstehen! Das darf auf keinen Fall geschehen – da waren sich gut ein Dutzend Naturfreunde schnell einig.

Wie war dem Teich zu helfen? Um von einem Gewässer sprechen zu können, musste der Schlamm beseitigt werden, der sich im Laufe der Jahrzehnte gebildet hatte. Und das kahl gefressene Umfeld sollte auch wieder einen natürlichen Bewuchs bekommen.

Der Teich war im Eigentum der Stadt Braunschweig und der Pachtvertrag war abgelaufen. Ohne viel nachzufragen haben wir mit der Rettung angefangen. Die Feuerwehr rückte an und pumpte das Wasser ab. Aus Bohlen wurden Stege angelegt und der Schlamm Schubkarre um Schubkarre ans Ufer gefahren. Weil nach zwei Wochen noch immer kein großer Erfolg zu sehen war, erledigte ein von der Stadt bestellter Bagger und ein LKW den Rest.

Wir haben danach Bäume und Büsche gepflanzt, eine Bank aufgestellt und einen Holzzaun angebracht. Es war mühsame Handarbeit und ging nur langsam voran. Auf das Resultat waren wir stolz: Es entstand ein Lebensraum für Tiere und Pflanzen – der Erste, den wir neu angelegt hatten. Die Pflege der Tränke hat uns später die Stadt offiziell übertragen und wir haben noch immer in jedem Jahr Arbeitseinsätze auf dem Gelände.


4 - 30 Jahre FUN - Anfänge

Von Ursel Kühn

Nachdem im Mai 1986 das Atomkraftwerk Tschernobyl explodiert war, fanden sich viele Menschen zusammen, um nach Lösungen zu suchen, wie man sich vor Strahlung schützen könne. Daraus entstand auch der „Arbeitskreis Energiewende“. Wir haben überlegt, was sich verbessern lässt und was wir selbst verändern können. Unsere Ideen: Der Natur wieder mehr zum Recht verhelfen, weniger Autofahren, Fahrradständer an Anschlussstellen der öffentlichen Verkehrsmittel beantragen, Geschwindigkeit auf Nebenstraßen auf 30 km/h verringern, Standby-Geräte abschalten, Einwecken statt Einfrieren, naturgemäßen Garten- und Ackerbau fördern, mehr Feldgehölze und mäandernde Gewässer. Aber: Ideen allein reichen nicht und der Elan zum regelmäßigen Treffen ließ nach. Waren wir zunächst ca. 40 Personen, so tagten wir 1989 nur noch zu viert.

Ähnliche Interessen hatte die Gruppe um die Familie Hoppe, die sich um den Feuerlöschteich (Tränketeich) in Hondelage kümmerte. Feldgehölze und Renaturierung der Fließgewässer lagen ihnen ebenso am Herzen. Als wir uns bei Vorträgen von Herrn Erwen oder Herrn Benjes in Sachen ökologischem Umbau begegneten, wagten wir eine Kontaktaufnahme.

Im November 1991 trat ich dem neu gegründeten Förderkreis Umwelt- und Naturschutz bei. Meine Beiträge waren vorwiegend schriftlicher Art, wie „Gärtnern ohne Gift“ oder „Vermehrung und Pflanzung von einheimischen Feldgehölzen“. Später beteiligte ich mich bei der Anlage der Streuobstwiese und beim Amphibien-Umsetzen und nahm an den monatlichen Sitzungen teil. Auch wenn meine praktischen Einsätze weniger geworden sind, habe ich immer noch viel Freude an der Natur und der Arbeit des FUN.

 


3 - Steinhaufen in Hondelage

Von Bernd Hoppe-Dominik

Im ersten Jahr nach der Gründung des FUN haben wir Möglichkeiten gesucht, um die Strukturen auf unseren Flächen zu verbessern.  Bald hatten wir eine Idee: Wir werden Steinhaufen aus großen Feldsteinen zusammenzutragen und damit Amphibien ein neues Zuhause schaffen. Doch woher nehmen? In Hondelage waren keine Steine zu finden. Aber im Nachbarort haben wir reichlich Steine in passender Größe ausfindig gemacht. In mehreren Sammeleinsätzen haben wir mühsam zwei große Haufen zusammengetragen und auf unserer Benjeswiese aufgeschichtet.

Doch bevor die ersten Amphibien, Eidechsen und Insekten einziehen konnten, waren beide Haufen wieder verschwunden! Geklaut und abtransportiert! Was für ein Frust – alle Mühe umsonst! Die Freude am Naturschutz war gedämpft.

Kurze Zeit später eine überraschende Entdeckung: In einem Hondelager Vorgarten waren zwei frische Steinhaufen zu sehen. War es Zufall? Dass es unsere Steine waren, war natürlich nicht nachzuweisen. Die Steine waren nicht markiert und sehen alle sehr ähnlich aus.

Die Freude an der Naturschutzarbeit ist geblieben und ich bin stolz, dass wir es in den Jahren danach geschafft haben, mehr als 50 Steinhaufen mit Steinen eines Kieswerkes in der Umgebung von Hondelage aufzuschichten. Unter jedem Steinhaufen wohnen jetzt Erdkröten und viele Schnecken.


2 - Wie es zum FUN kam

Von Günter Frank

Meine ersten Berührungen mit dem Naturschutz fanden auf der Insel Rügen noch zu DDR-Zeiten statt. Eberhard Finke war damals Pastor in Hondelage und war mit Frider Jehlen, Pastor auf Rügen, bekannt. Wir sind einige Male zu verlängerten Wochenenden dorthin gefahren, haben eine gute Zeit dort gehabt und haben gemeinsam etwas für den Naturschutz getan.

In Hondelage gab es Anfang der 90iger Jahre zwei Naturschutzgruppen: Eine um die Familie Hoppe und die der Kirchengemeinde, in der ich aktiv war. In unseren Gruppen gab es Überlegungen, etwas gemeinsam zu machen. Das allererste gemeinsame Treffen, bei dem es um einen Zusammenschluss ging, fand bei mir im Wohnzimmer statt – das ergab sich so, weil meine Frau arbeitete und ich die kleine Jule betreuen durfte.

Diskutiert wurde darüber, was getan werden sollte und auch, wie sich unsere Gruppe zukünftig nennen sollte. Mir war damals der „Kreis“ beim Förderkreis sehr wichtig, da ich uns als gleichberechtigte Gemeinschaft gesehen habe – ohne Hierarchie – nicht oben der Vorsitzende und unten die Vereinsmitglieder. Nach ein paar Gesprächen waren wir uns dann einig – der „Förderkreis Umwelt- und Naturschutz“ sollte gegründet werden. Die Vereinsgründung fand dann später im Gemeindehaus statt – mit Satzung, Vereinsregistereintrag und den ersten neun Mitgliedern.


1 -  30 Jahre FUN – 30 Geschichten

in diesem Jahr wird der Förderkreis Umwelt- und Naturschutz Hondelage e.V. 30 Jahre alt. Im Zusammenhang mit diesem Jubiläum haben wir uns ein paar über das Jahr verteilte Veranstaltungen einfallen lassen. Die Einzelheiten dazu finden Sie auf unserer Internetseite, in einem Programmflyer und auch in der lokalen Presse.

Für uns ist dieses Jubiläum ein Anlass, die vergangenen dreißig Jahre Revue passieren zu lassen. Viel ist in dieser Zeit bewegt worden, die Resultate sind vielfach in der Landschaft in der Nähe von Hondelage, Waggum und Lehre zu sehen. Nicht so oft sind jedoch die Akteure sichtbar, deren ehrenamtliche Arbeit wir gerne vorstellen möchten. Deshalb ist ein Teil dieses Jubiläums die Aktion „30 Jahre FUN – 30 Geschichten“, bei der Mitglieder des Vereins ein paar ganz persönliche Eindrücke oder Erlebnisse aus den vergangenen 30 Jahren schildern. Die Geschichten erscheinen auf unserer Internetseite, werden per E-Mail an Mitglieder und Interessierte verteilt und sind hin und wieder in der lokalen Presse zu finden. Sicher werden Sie Freude daran haben, die persönlichen und nicht unbedingt spektakulären Erzählungen zu lesen. Wenn Sie in den E-Mail Verteiler aufgenommen werden möchten, schreiben Sie ein kurze Mail an fun@fun-hondelage.de – und schon werden Sie über die aktuellen Ereignisse informiert.

Thomas Dobberkau