30 Geschichten zu 30 Jahren FUN

Die persönlichen Glanzlichter und Erlebnisse aus den vergangenen 30 Jahren werden vorgestellt. Die Geschichten erscheinen wöchentlich und werden per E-Mail verteilt. Die kleinen Texte sind auch auf der Internetseite des FUN zu finden und werden auszugsweise in den lokalen Zeitungen abgedruckt.


15 - Sightseeing  auf „hondelagisch“

Von Geza Gal

Wenn jemand in Hondelage einen Spaziergang tut, so kann er was erzählen …  
(Frei nach Matthias Claudius)

Immer wenn wir Gäste aus der großen weiten Welt haben, stellt sich die Frage: Was zeigen wir ihnen von unserer Umgebung?

Braunschweig … klar, Autostadt … ein Muss … Aber wenn man sich nicht ins Auto setzen möchte?

Dann gehen wir los in Richtung NaturErlebnisZentrum (NEZ). Und da rücke ich raus mit einer meiner Lieblingsgeschichten, als ich meine Werkzeuge (das Klavier und die Trompete) gegen Zange und Hammer getauscht habe und beim Bau des Strohballenhauses meine Hilfe angeboten habe. „Aber ich habe doch keine Ahnung was ich machen soll“, sagte ich… „Wir auch nicht immer“, war die Antwort mit einem Lächeln von Gerd, wenn ich mich richtig erinnere.           
Alle unsere Gäste müssen unser NEZ bewundern und besonders die Stellen, an denen ich mitgewirkt habe :-).

Auch bei unserer Konzertreihe im Rahmen „Natur und Kultur“ finde ich immer Mitstreiter. Ob Kerstin, Thomas oder Nachbar Bernd: Ihr palavert nicht viel, sondern packt an!  

Unser nächster Stopp mit den Gästen: Geo-Punkt Ölschiefer-Grube. Mit breiter Brust wird die Geologie von Hondelage präsentiert. Natürlich ein FUN Projekt! Daneben die vielen Teiche …, die Gäste werden auch langsam müde und wir nehmen den Weg nach Hause. Da sehe ich die Rinder … und bevor ich dazu etwas sagen kann, kommt von unseren Gästen: „Jaa, … Géza, wir wissen es: FUN!“


14 - Von Kröten und Obstbäumen

Von Werner Fischer

Ein erster Kontakt mit dem FUN ergab sich im Frühjahr 1996. Mein Gartenfreund Dieter Wendt lud mich ein, ihn beim Krötensammeln auf der FUN-Sammelstrecke zu begleiten. Es blieb nicht bei dieser einen Krötensaison. Mit meiner Frau Helma bildete ich danach all die Jahre bei schönem, aber auch miserablem Wetter ein Sammelteam. Neben diesen Terminen und den Samstagstreffs gab es immer wieder die unterschiedlichsten Arbeitseinsätze, auch in der Woche. Bei jedem Wetter wurden u. a. Weidezäune und Unterstände für unsere Rinder gebaut. Aufregend ist das Umtreiben und Versorgen unserer Rinder, die sich über jede Streicheleinheit freuen. Highlight war natürlich der Bau des NaturErlebnisZentrums. Viel Neues habe ich durch meine Mitarbeit dabei gelernt.
Von Beginn an wurden mir die Obstbäume anvertraut: „...denn du hast ja einen Kleingarten“. Es macht mir immer wieder viel Freude, das Wachsen und die Ernte unserer zahlreichen Obstbäume zu erleben – auch der Obstbaumschnitt ist zu einer regelmäßigen Beschäftigung geworden.

Goldparmäne, Jakob Lebl oder Zuccalmaglio, einige alte Apfelsorten, sind eine Augenweide. Meine Entscheidung, mich in diesem Verein zu engagieren habe ich nicht bereut. Jeder Spaziergang durch die Hondelager Feldmark ist durch die Arbeiten des FUN zu einem Erlebnis geworden, und ich darf daran mitarbeiten.


13 - Aktiv in Waggum

Von Hans Otto Bense

Immer mal wieder habe ich verfolgt, was in der Natur um Hondelage so passiert. Der FUN war für mich wie eine „Spitze“ im Umweltschutz – da wollte ich einfach mitmachen. 1997 bin ich in den Verein eingetreten und hatte viel Freude daran, mich mit anderen netten Menschen beim Naturschutz zu beteiligen. Als später das Grünland des Vereins mit Rindern beweidet wurde, war ich bei den Rinderhirten dabei. Wo gibt es denn heute sonst noch Kontakt zu Rindern auf der Weide? Kontrollieren, Umtreiben und auch mal füttern – das war mal was anderes. Als der Bau des NaturErlebnisZentrums in Hondelage begann, war ich mit von der Partie. Ein Strohballenhaus – das war neu und hat mich gereizt. Holzarbeiten und Strohbau, das war wirklich etwas für mich. Gesundheitlich bin ich inzwischen etwas eingeschränkt, bin aber noch regelmäßig bei der Ortsgruppe Waggum dabei und habe das auch in Zukunft vor. Die Gruppe in Waggum pflegt das Biotop an der ehemaligen Kläranlage – dort gibt es Teiche, Obstbäume und schöne, natürliche Bereiche. Die Aktiven treffen sich dort jeden Mittwochvormittag. Ich freue mich, immer noch in der Gruppe aktiv zu sein und die Naturschutzarbeit zu unterstützen.


12 - Wie ich zum FUN kam und die Gründung des Vereins erlebte

Von Peter Meier

Es war in den 70er – 80er Jahren, als das Handeln vom Menschen gegen Natur und Umwelt sehr deutlich wurde. Ich hatte schon die Bücher von Hoimar von Ditfurth – 1975 – „Im Anfang war der Wasserstoff" und dann1988 das entscheidende Buch "So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen" gelesen, die mich sehr beeindruckt hatten. "Da muss man was tun" war im Kopf, aber wie und was?

Ich war irgendwann im Jahr 1990 in meinem Garten, da kam unser Nachbar Christian Meyer am Zaun vorbei und sagte: „Da ist so eine Ortsgruppe des BUND, die wollen vor Ort etwas für die Natur und Umwelt machen“. Vor Ort was machen, das wäre was für mich.

Die nächste Gelegenheit, die Gruppe kennen zu lernen, war die Aktion: Bäume an der Straße nach Bevenrode pflanzen. Das war für mich ein schönes Erlebnis "endlich mal etwas Nachhaltiges vor Ort machen, da will ich mehr tun“ war der Gedanke.

Eine Gruppe um den Kern der Familie Hoppe traf sich zu den ersten Sitzungen zur Gründung eines Vereins. Viele Fragen tauchten auf: Wie soll der Verein heißen? „Förderverein“ war gut, aber es gab schon viele Ähnliche. "Förderkreis" klang besser. Ein Vorsitzender musste gefundenen werden – wer soll's machen? - kein Gedränge in der Sitzung! Nach vielen Diskussionen "Wer will's denn nun machen" hatte ich mich gemeldet – keine Ahnung, was auf mich zukommen könnte. „Mache ich, wenn es ein gutes Team wird“. Notfalls kann mich ja bei der nächsten Mitgliederversammlung wieder abwählen lassen. Das Team war und ist bis heute so gut, dass ich 19 Jahre im Vorstand blieb, bis zu meinem Umzug 2006.

Weitere Gründungssitzungen folgten. Der Grundgedanke war: Jede / jeder soll willkommen sein, ohne Anmeldung, ohne Mitgliedschaft kann sie / er mitmachen.

Dann kam: „Wir brauchen eine Satzung“ schauen wir mal Andere an – BUND hatte eine – etwas umformulieren, passt.

Der Name muss stehen: „Förderkreis Umwelt- und Naturschutz Hondelage“ war gut. Die Kurzform „fun“ war ideal. Nur „fun“ war gefährlich für Abmahnungen, in der Werbung verbreitet und die Gefahr der Markenverletzung groß. Die Kurzform „fun-Hondelage“ (heute großgeschrieben, FUN) war ungefährlich. „Wir brauchen ein Logo“ war Konsens in der Gruppe. Der Storch in Hondelage aus dem ersten Flyer der Ortsgruppe des BUND sollte es sein. Selbstgebastelt - erst gezeichnet dann mit den ersten Windows Computern verbessert. Dann ging es stetig so weiter.

Ein Beispiel war das erste Grundstück, 1.300 m² von der Bahn erworben. Da musste ein Teich hin! Von Hand gebuddelt – mühsam, aber schön. Es kamen neue Leute hinzu und die Projekte und Aufgaben wuchsen stetig weiter.

Heute sehe ich mit großer Freude, wie sich der FUN weiterentwickelt hat und eine hohe Anerkennung weit über Hondelage hinaus genießt. Besonders freut mich wie viele junge Leute heute mitmachen.


11 - Nur nicht aufgeben!

Von Thomas Romanowsky

Es muss Ende der 1990er Jahre gewesen sein. Damals hatten wir im Verein noch keinen Bagger, um, wie Jahre später, viele Kleingewässer für Amphibien anzulegen. Das bedeutete Hacke, Spaten und Schaufel. Wir wollten ein Gewässer an einem Schlehengebüsch zwischen Hondelage und Wendhausen, nahe der damals noch aktiven Bahntrasse, anlegen.

Nachdem wir ein größeres Teichloch gegraben und das Ufer modelliert hatten, freuten wir uns auf den nächsten Regen. Obwohl wir uns im Gebiet der Schunteraue befanden, blieb das Wasser leider nicht stehen. Nur nicht aufgeben!
Der Versuch, das Teichloch mit Lehm-Tonplatten auszulegen gelang, leider versickerte das Wasser dennoch immer wieder sehr schnell im Untergrund. Kurzum, dieses Teichloch füllte sich erst mit den Jahren. Später hatten wir eine goldrichtige Idee: Wir haben einen Bagger angeschafft.

In einem nachhaltigen Stil wurden viele Kleingewässer angelegt, die nicht nur Amphibien neue Lebensräume gaben, sondern der Landschaft auch eine neue Struktur.


10 - Dieter Viele Kühe machen Mühe

Von Dieter Kühn

Das NaturErlebnisZentrum hat mit seiner besonderen Bauweise als Strohballenhaus und einzigartiges Unikat im Braunschweiger Land viel Lob und Anerkennung erhalten. Aber ich richte den Fokus auf verschiedenen FUN-Bauten in der Hondelager Gemarkung, denn ich war bei jedem Richtfest dabei. So finden die kuscheligen Schottischen Hochlandrinder und die massigen Wasserbüffel auf den Winterweiden Schutz vor Sturm, Regen und Kälte nicht in einer zusammengenagelten Hütte, sondern in einem komfortablen Unterstand. Solide Zimmermannsarbeit, auf Maß geschnittene Bretter, sturmfeste Dacheindeckung und installierte Photovoltaik lassen erkennen, dass Hobbybauleute mit viel handwerklichem Geschick und detailliertem Fachwissen ans Werk gegangen sind. Diese Wohlfühloasen stehen zum Beispiel auf der Weide am Ackerweg, am Pastorenweg, an der Straße nach Wendhausen und in Dibbesdorf. Engagierte Hüteleute sorgen für Sauberkeit, ein trockenes Strohlager und ökologisches Heu in der Raufe. Den Rinderverstehern haben die großen und kleinen Tiere für so viel Fürsorge und Engagement dankend ins Ohr geflüstert: „Wir wünschen euch weiterhin nachhaltige Freude mit uns und hoffen, dass euch nie  kraftprotzende Chefs auf die Hörner nehmen , dumme Kühe ins Handwerk pfuschen  oder vorwitzige Kälber die Arbeit erschweren, denn jeder weiß: Eine Kuh macht Muh, und viele Kühe machen Mühe“.


9 - Warum in ferne Länder fliegen

Von Thomas Romanowsky

Seit 25 Jahren bin ich Mitglied im FUN und sehr begeistert, was dieser Verein für den Umwelt- und Naturschutz auf die Beine gestellt hat. Schon vor meiner Zeit im FUN bin ich regelmäßig in der Hondelager Landschaft unterwegs gewesen, habe Tiere beobachtet und Pflanzen entdeckt. Aber erst mit dem FUN und den gemeinsamen Aktivitäten, wie z.B. dem Anlegen von Hecken, dem Pflanzen von Bäumen, dem Anlegen von Kleingewässern, dem Pflegen von Grünland usw. bin ich noch tiefer in die Landschaft bei Hondelage eingetaucht. Die gemeinsame Anstrengung aller Mitglieder und die finanziellen Förderungen vieler Institutionen im Lauf der Zeit haben zu einer deutlichen Aufwertung der Landschaft geführt – Tiere und Pflanzen konnten sich gut entwickeln. Erleben durfte ich dies immer wieder, insbesondere durch die Entdeckung und Wiederentdeckung seltener Arten. Und genauso ergeht es mir noch heute. Wenn ich in der Landschaft bei Hondelage unterwegs bin, ist immer ein Spannungsbogen dabei. Was entdecke ich heute?

Also – warum in ferne Länder fliegen, wenn man vor der eigenen Tür so viel schaffen und entdecken kann?


8 - Eine Allee entsteht

Von Michael Bertram

Die Hondelager Straße zwischen Hondelage und Bevenrode ist eine Straße, die von vielen Bäumen gesäumt wird. Im Frühjahr, wenn die Bäume blühen oder im Sommer, wenn alles schön grün ist, sieht es dort sehr schön aus.

Das war aber nicht immer so - ich kann mich noch sehr gut erinnern: Vor 30 Jahren war das eine gerade, kahle Strecke mit einem Graben zu beiden Seiten! Lediglich einen alten Straßenbaum auf halber Strecke zwischen Dorf und Wald gab es! Uns kam die Idee, diese Straße zu verschönern.

Bei einer Aktion mit Hondelager Bürgern, unterstützt vom damaligen Bezirksbürgermeister Jörg Gille, wurden an einem Samstag im Frühjahr alle Bäume gepflanzt und mit Stützpfählen versehen. Nicht alle sind auf Anhieb angewachsen – einige mussten später ersetzt werden. In den ersten Jahren war viel Pflege erforderlich: Die Bäume mussten im Sommer, wenn es trocken war, mit so manchem Liter Wasser mühsam gegossen werden. Um eine richtige Allee mit großen Bäumen und eine schattige Straße zu erhalten, braucht es wohl noch einige Jahre – der Anfang ist jedenfalls gemacht

Ich denke, es hat sich doch gelohnt, oder etwa nicht? 


7 - Wer sich ehrenamtlich engagiert, tut Gutes

Von Anette Glindemann

Wir wollten etwas Gutes tun, meine liebe Freundin Kerstin Hoppe und ich. So sind wir schon in den 80-iger Jahren nach Gorleben zum Bäume pflanzen gefahren. Sie fuhr damals einen fröhlichen VW-Käfer mit einem Abzeichen auf der Tür „Baum ab – nein danke“.

Diese Erfahrung hat uns geprägt und so freuten wir uns, dass sich Ihre Brüder Gerd und Bernd für den Naturschutz hier in Hondelage engagierten und den FUN gründeten. Wir pflanzten Bäume, legten Streuobstwiesen und Biotope an. Im Frühjahr wurden morgens vor dem Dienst auch Kröten gesammelt und über die Straße getragen, leider war nie ein Prinz dabei.

Gerne erinnere ich mich auch an gemeinsame und wunderschöne Segeltörns, die mit vielen Mitgliedern aus dem FUN unternommen wurden. Auch die Sommerfeste im Pfarrgarten waren spektakulär und so saßen wir am Lagerfeuer, manchmal bis in den frühen Morgen hinein.

Seit 1993 durfte ich eine tolle Gemeinschaft erfahren, habe neue Menschen kennen gelernt und sogar Freundschaften fürs Leben geschlossen. Es gibt mir das Gefühl, dass man gemeinsam etwas bewegen kann in diesem Ort.


6 - Weil es ohne Geld nicht geht - 30 Jahre Kassiererin

Von Kerstin Hoppe

Meine erste Erinnerung an das Thema Naturschutz habe ich, da war ich 14 Jahre alt. Meine Freundin Jette und ich haben einen Brief an den damaligen Bundeskanzler Brandt geschrieben. Wir machten uns Sorgen um die Umwelt und fragten, was er denn für eine intakte Natur täte. Vielleicht etwas naiv, aber wir haben eine Antwort bekommen. Das war unsere Motivation, uns weiter zu engagieren: Ein paar Jahre später in der Anti-Atomkraft-Bewegung und dann irgendwann beim Förderkreis Umwelt- und Naturschutz Hondelage (FUN).

Anfangs habe ich noch die Zeit gefunden, bei einigen Naturschutzeinsätzen dabei zu sein, später war ich beruflich zu sehr eingespannt, um mich in die praktische Naturschutzarbeit einzubringen. Bereits bei den ersten Überlegungen zur Gründung einer Naturschutzgruppe stand bei den meisten Mitstreitern fest: „Du arbeitest doch bei einer Bank, mach doch die Kasse“. Ich war in der Datenverarbeitung der Bank beschäftigt und hatte wenig mit Geld und Buchhaltung am Hut – aber das war anscheinend nicht so relevant.

Nun ja – inzwischen bin ich seit 30 Jahren im Vorstand des FUN die Kassiererin. Die ersten Buchungen und Abschlüsse wurden in ein Kassenbuch eingetragen und mit einem Taschenrechner gerechnet. Heute benutzen wir ein semiprofessionelles Tool, übertragen elektronisch die Kontostände und erzeugen fast ebenso automatisch die Jahresabschlüsse. Von anfänglich wenigen Geldbewegungen sind wir inzwischen bei rund tausend Buchung pro Jahr angekommen, machen Budgetplanungen, verwalten mehrere Konten und haben auch schon eine Prüfung der Rentenkasse überstanden.

Seit meinem Ruhestand habe ich mehr Zeit für ehrenamtliche Arbeiten, die ich teilweise dem FUN zur Verfügung stelle: Natur und Kultur gehört inzwischen zu meinem Aufgabengebiet – Organisation, Presse, Aufbau, Abbau – alles, was so dazugehört. Und auch die praktische Arbeit genieße ich wieder. Es ist schön, Zeit für den Bautrupp zu haben, jeden Freitagvormittag mit den Händen zu arbeiten und am Mittag zu sehen, was wir geschafft haben.


5 - 30 Jahre FUN - Als es begann

Von Gerd Hoppe

1989 war die Tränke, der kleine Teich am Sportplatz von Hondelage, ziemlich heruntergekommen. Zu viele Gänse und Enten des Pächters hatten alles Grün beseitigt und den Dorfteich in einen übelriechenden Tümpel verwandelt. Ein Gerücht machte die Runde: Der Teich sollte zugeschüttet werden. Es sollten Parkplätze für den Sportplatz entstehen! Das darf auf keinen Fall geschehen – da waren sich gut ein Dutzend Naturfreunde schnell einig.

Wie war dem Teich zu helfen? Um von einem Gewässer sprechen zu können, musste der Schlamm beseitigt werden, der sich im Laufe der Jahrzehnte gebildet hatte. Und das kahl gefressene Umfeld sollte auch wieder einen natürlichen Bewuchs bekommen.

Der Teich war im Eigentum der Stadt Braunschweig und der Pachtvertrag war abgelaufen. Ohne viel nachzufragen haben wir mit der Rettung angefangen. Die Feuerwehr rückte an und pumpte das Wasser ab. Aus Bohlen wurden Stege angelegt und der Schlamm Schubkarre um Schubkarre ans Ufer gefahren. Weil nach zwei Wochen noch immer kein großer Erfolg zu sehen war, erledigte ein von der Stadt bestellter Bagger und ein LKW den Rest.

Wir haben danach Bäume und Büsche gepflanzt, eine Bank aufgestellt und einen Holzzaun angebracht. Es war mühsame Handarbeit und ging nur langsam voran. Auf das Resultat waren wir stolz: Es entstand ein Lebensraum für Tiere und Pflanzen – der Erste, den wir neu angelegt hatten. Die Pflege der Tränke hat uns später die Stadt offiziell übertragen und wir haben noch immer in jedem Jahr Arbeitseinsätze auf dem Gelände.


4 - 30 Jahre FUN - Anfänge

Von Ursel Kühn

Nachdem im Mai 1986 das Atomkraftwerk Tschernobyl explodiert war, fanden sich viele Menschen zusammen, um nach Lösungen zu suchen, wie man sich vor Strahlung schützen könne. Daraus entstand auch der „Arbeitskreis Energiewende“. Wir haben überlegt, was sich verbessern lässt und was wir selbst verändern können. Unsere Ideen: Der Natur wieder mehr zum Recht verhelfen, weniger Autofahren, Fahrradständer an Anschlussstellen der öffentlichen Verkehrsmittel beantragen, Geschwindigkeit auf Nebenstraßen auf 30 km/h verringern, Standby-Geräte abschalten, Einwecken statt Einfrieren, naturgemäßen Garten- und Ackerbau fördern, mehr Feldgehölze und mäandernde Gewässer. Aber: Ideen allein reichen nicht und der Elan zum regelmäßigen Treffen ließ nach. Waren wir zunächst ca. 40 Personen, so tagten wir 1989 nur noch zu viert.

Ähnliche Interessen hatte die Gruppe um die Familie Hoppe, die sich um den Feuerlöschteich (Tränketeich) in Hondelage kümmerte. Feldgehölze und Renaturierung der Fließgewässer lagen ihnen ebenso am Herzen. Als wir uns bei Vorträgen von Herrn Erwen oder Herrn Benjes in Sachen ökologischem Umbau begegneten, wagten wir eine Kontaktaufnahme.

Im November 1991 trat ich dem neu gegründeten Förderkreis Umwelt- und Naturschutz bei. Meine Beiträge waren vorwiegend schriftlicher Art, wie „Gärtnern ohne Gift“ oder „Vermehrung und Pflanzung von einheimischen Feldgehölzen“. Später beteiligte ich mich bei der Anlage der Streuobstwiese und beim Amphibien-Umsetzen und nahm an den monatlichen Sitzungen teil. Auch wenn meine praktischen Einsätze weniger geworden sind, habe ich immer noch viel Freude an der Natur und der Arbeit des FUN.

 


3 - Steinhaufen in Hondelage

Von Bernd Hoppe-Dominik

Im ersten Jahr nach der Gründung des FUN haben wir Möglichkeiten gesucht, um die Strukturen auf unseren Flächen zu verbessern.  Bald hatten wir eine Idee: Wir werden Steinhaufen aus großen Feldsteinen zusammenzutragen und damit Amphibien ein neues Zuhause schaffen. Doch woher nehmen? In Hondelage waren keine Steine zu finden. Aber im Nachbarort haben wir reichlich Steine in passender Größe ausfindig gemacht. In mehreren Sammeleinsätzen haben wir mühsam zwei große Haufen zusammengetragen und auf unserer Benjeswiese aufgeschichtet.

Doch bevor die ersten Amphibien, Eidechsen und Insekten einziehen konnten, waren beide Haufen wieder verschwunden! Geklaut und abtransportiert! Was für ein Frust – alle Mühe umsonst! Die Freude am Naturschutz war gedämpft.

Kurze Zeit später eine überraschende Entdeckung: In einem Hondelager Vorgarten waren zwei frische Steinhaufen zu sehen. War es Zufall? Dass es unsere Steine waren, war natürlich nicht nachzuweisen. Die Steine waren nicht markiert und sehen alle sehr ähnlich aus.

Die Freude an der Naturschutzarbeit ist geblieben und ich bin stolz, dass wir es in den Jahren danach geschafft haben, mehr als 50 Steinhaufen mit Steinen eines Kieswerkes in der Umgebung von Hondelage aufzuschichten. Unter jedem Steinhaufen wohnen jetzt Erdkröten und viele Schnecken.


2 - Wie es zum FUN kam

Von Günter Frank

Meine ersten Berührungen mit dem Naturschutz fanden auf der Insel Rügen noch zu DDR-Zeiten statt. Eberhard Finke war damals Pastor in Hondelage und war mit Frider Jehlen, Pastor auf Rügen, bekannt. Wir sind einige Male zu verlängerten Wochenenden dorthin gefahren, haben eine gute Zeit dort gehabt und haben gemeinsam etwas für den Naturschutz getan.

In Hondelage gab es Anfang der 90iger Jahre zwei Naturschutzgruppen: Eine um die Familie Hoppe und die der Kirchengemeinde, in der ich aktiv war. In unseren Gruppen gab es Überlegungen, etwas gemeinsam zu machen. Das allererste gemeinsame Treffen, bei dem es um einen Zusammenschluss ging, fand bei mir im Wohnzimmer statt – das ergab sich so, weil meine Frau arbeitete und ich die kleine Jule betreuen durfte.

Diskutiert wurde darüber, was getan werden sollte und auch, wie sich unsere Gruppe zukünftig nennen sollte. Mir war damals der „Kreis“ beim Förderkreis sehr wichtig, da ich uns als gleichberechtigte Gemeinschaft gesehen habe – ohne Hierarchie – nicht oben der Vorsitzende und unten die Vereinsmitglieder. Nach ein paar Gesprächen waren wir uns dann einig – der „Förderkreis Umwelt- und Naturschutz“ sollte gegründet werden. Die Vereinsgründung fand dann später im Gemeindehaus statt – mit Satzung, Vereinsregistereintrag und den ersten neun Mitgliedern.


1 -  30 Jahre FUN – 30 Geschichten

in diesem Jahr wird der Förderkreis Umwelt- und Naturschutz Hondelage e.V. 30 Jahre alt. Im Zusammenhang mit diesem Jubiläum haben wir uns ein paar über das Jahr verteilte Veranstaltungen einfallen lassen. Die Einzelheiten dazu finden Sie auf unserer Internetseite, in einem Programmflyer und auch in der lokalen Presse.

Für uns ist dieses Jubiläum ein Anlass, die vergangenen dreißig Jahre Revue passieren zu lassen. Viel ist in dieser Zeit bewegt worden, die Resultate sind vielfach in der Landschaft in der Nähe von Hondelage, Waggum und Lehre zu sehen. Nicht so oft sind jedoch die Akteure sichtbar, deren ehrenamtliche Arbeit wir gerne vorstellen möchten. Deshalb ist ein Teil dieses Jubiläums die Aktion „30 Jahre FUN – 30 Geschichten“, bei der Mitglieder des Vereins ein paar ganz persönliche Eindrücke oder Erlebnisse aus den vergangenen 30 Jahren schildern. Die Geschichten erscheinen auf unserer Internetseite, werden per E-Mail an Mitglieder und Interessierte verteilt und sind hin und wieder in der lokalen Presse zu finden. Sicher werden Sie Freude daran haben, die persönlichen und nicht unbedingt spektakulären Erzählungen zu lesen. Wenn Sie in den E-Mail Verteiler aufgenommen werden möchten, schreiben Sie ein kurze Mail an fun@fun-hondelage.de – und schon werden Sie über die aktuellen Ereignisse informiert.

Thomas Dobberkau