30 Geschichten zu 30 Jahren FUN

Die persönlichen Glanzlichter und Erlebnisse aus den vergangenen 30 Jahren werden vorgestellt. Die Geschichten erscheinen wöchentlich und werden per E-Mail verteilt. Die kleinen Texte sind auch auf der Internetseite des FUN zu finden und werden auszugsweise in den lokalen Zeitungen abgedruckt.

 


5 - 30 Jahre FUN - Als es begann

Von Gerd Hoppe

1989 war die Tränke, der kleine Teich am Sportplatz von Hondelage, ziemlich heruntergekommen. Zu viele Gänse und Enten des Pächters hatten alles Grün beseitigt und den Dorfteich in einen übelriechenden Tümpel verwandelt. Ein Gerücht machte die Runde: Der Teich sollte zugeschüttet werden. Es sollten Parkplätze für den Sportplatz entstehen! Das darf auf keinen Fall geschehen – da waren sich gut ein Dutzend Naturfreunde schnell einig.

Wie war dem Teich zu helfen? Um von einem Gewässer sprechen zu können, musste der Schlamm beseitigt werden, der sich im Laufe der Jahrzehnte gebildet hatte. Und das kahl gefressene Umfeld sollte auch wieder einen natürlichen Bewuchs bekommen.

Der Teich war im Eigentum der Stadt Braunschweig und der Pachtvertrag war abgelaufen. Ohne viel nachzufragen haben wir mit der Rettung angefangen. Die Feuerwehr rückte an und pumpte das Wasser ab. Aus Bohlen wurden Stege angelegt und der Schlamm Schubkarre um Schubkarre ans Ufer gefahren. Weil nach zwei Wochen noch immer kein großer Erfolg zu sehen war, erledigte ein von der Stadt bestellter Bagger und ein LKW den Rest.

Wir haben danach Bäume und Büsche gepflanzt, eine Bank aufgestellt und einen Holzzaun angebracht. Es war mühsame Handarbeit und ging nur langsam voran. Auf das Resultat waren wir stolz: Es entstand ein Lebensraum für Tiere und Pflanzen – der Erste, den wir neu angelegt hatten. Die Pflege der Tränke hat uns später die Stadt offiziell übertragen und wir haben noch immer in jedem Jahr Arbeitseinsätze auf dem Gelände.


4 - 30 Jahre FUN - Anfänge

Von Ursel Kühn

Nachdem im Mai 1986 das Atomkraftwerk Tschernobyl explodiert war, fanden sich viele Menschen zusammen, um nach Lösungen zu suchen, wie man sich vor Strahlung schützen könne. Daraus entstand auch der „Arbeitskreis Energiewende“. Wir haben überlegt, was sich verbessern lässt und was wir selbst verändern können. Unsere Ideen: Der Natur wieder mehr zum Recht verhelfen, weniger Autofahren, Fahrradständer an Anschlussstellen der öffentlichen Verkehrsmittel beantragen, Geschwindigkeit auf Nebenstraßen auf 30 km/h verringern, Standby-Geräte abschalten, Einwecken statt Einfrieren, naturgemäßen Garten- und Ackerbau fördern, mehr Feldgehölze und mäandernde Gewässer. Aber: Ideen allein reichen nicht und der Elan zum regelmäßigen Treffen ließ nach. Waren wir zunächst ca. 40 Personen, so tagten wir 1989 nur noch zu viert.

Ähnliche Interessen hatte die Gruppe um die Familie Hoppe, die sich um den Feuerlöschteich (Tränketeich) in Hondelage kümmerte. Feldgehölze und Renaturierung der Fließgewässer lagen ihnen ebenso am Herzen. Als wir uns bei Vorträgen von Herrn Erwen oder Herrn Benjes in Sachen ökologischem Umbau begegneten, wagten wir eine Kontaktaufnahme.

Im November 1991 trat ich dem neu gegründeten Förderkreis Umwelt- und Naturschutz bei. Meine Beiträge waren vorwiegend schriftlicher Art, wie „Gärtnern ohne Gift“ oder „Vermehrung und Pflanzung von einheimischen Feldgehölzen“. Später beteiligte ich mich bei der Anlage der Streuobstwiese und beim Amphibien-Umsetzen und nahm an den monatlichen Sitzungen teil. Auch wenn meine praktischen Einsätze weniger geworden sind, habe ich immer noch viel Freude an der Natur und der Arbeit des FUN.

 


3 - Steinhaufen in Hondelage

Von Bernd Hoppe-Dominik

Im ersten Jahr nach der Gründung des FUN haben wir Möglichkeiten gesucht, um die Strukturen auf unseren Flächen zu verbessern.  Bald hatten wir eine Idee: Wir werden Steinhaufen aus großen Feldsteinen zusammenzutragen und damit Amphibien ein neues Zuhause schaffen. Doch woher nehmen? In Hondelage waren keine Steine zu finden. Aber im Nachbarort haben wir reichlich Steine in passender Größe ausfindig gemacht. In mehreren Sammeleinsätzen haben wir mühsam zwei große Haufen zusammengetragen und auf unserer Benjeswiese aufgeschichtet.

Doch bevor die ersten Amphibien, Eidechsen und Insekten einziehen konnten, waren beide Haufen wieder verschwunden! Geklaut und abtransportiert! Was für ein Frust – alle Mühe umsonst! Die Freude am Naturschutz war gedämpft.

Kurze Zeit später eine überraschende Entdeckung: In einem Hondelager Vorgarten waren zwei frische Steinhaufen zu sehen. War es Zufall? Dass es unsere Steine waren, war natürlich nicht nachzuweisen. Die Steine waren nicht markiert und sehen alle sehr ähnlich aus.

Die Freude an der Naturschutzarbeit ist geblieben und ich bin stolz, dass wir es in den Jahren danach geschafft haben, mehr als 50 Steinhaufen mit Steinen eines Kieswerkes in der Umgebung von Hondelage aufzuschichten. Unter jedem Steinhaufen wohnen jetzt Erdkröten und viele Schnecken.


2 - Wie es zum FUN kam

Von Günter Frank

Meine ersten Berührungen mit dem Naturschutz fanden auf der Insel Rügen noch zu DDR-Zeiten statt. Eberhard Finke war damals Pastor in Hondelage und war mit Frider Jehlen, Pastor auf Rügen, bekannt. Wir sind einige Male zu verlängerten Wochenenden dorthin gefahren, haben eine gute Zeit dort gehabt und haben gemeinsam etwas für den Naturschutz getan.

In Hondelage gab es Anfang der 90iger Jahre zwei Naturschutzgruppen: Eine um die Familie Hoppe und die der Kirchengemeinde, in der ich aktiv war. In unseren Gruppen gab es Überlegungen, etwas gemeinsam zu machen. Das allererste gemeinsame Treffen, bei dem es um einen Zusammenschluss ging, fand bei mir im Wohnzimmer statt – das ergab sich so, weil meine Frau arbeitete und ich die kleine Jule betreuen durfte.

Diskutiert wurde darüber, was getan werden sollte und auch, wie sich unsere Gruppe zukünftig nennen sollte. Mir war damals der „Kreis“ beim Förderkreis sehr wichtig, da ich uns als gleichberechtigte Gemeinschaft gesehen habe – ohne Hierarchie – nicht oben der Vorsitzende und unten die Vereinsmitglieder. Nach ein paar Gesprächen waren wir uns dann einig – der „Förderkreis Umwelt- und Naturschutz“ sollte gegründet werden. Die Vereinsgründung fand dann später im Gemeindehaus statt – mit Satzung, Vereinsregistereintrag und den ersten neun Mitgliedern.


1 -  30 Jahre FUN – 30 Geschichten

in diesem Jahr wird der Förderkreis Umwelt- und Naturschutz Hondelage e.V. 30 Jahre alt. Im Zusammenhang mit diesem Jubiläum haben wir uns ein paar über das Jahr verteilte Veranstaltungen einfallen lassen. Die Einzelheiten dazu finden Sie auf unserer Internetseite, in einem Programmflyer und auch in der lokalen Presse.

Für uns ist dieses Jubiläum ein Anlass, die vergangenen dreißig Jahre Revue passieren zu lassen. Viel ist in dieser Zeit bewegt worden, die Resultate sind vielfach in der Landschaft in der Nähe von Hondelage, Waggum und Lehre zu sehen. Nicht so oft sind jedoch die Akteure sichtbar, deren ehrenamtliche Arbeit wir gerne vorstellen möchten. Deshalb ist ein Teil dieses Jubiläums die Aktion „30 Jahre FUN – 30 Geschichten“, bei der Mitglieder des Vereins ein paar ganz persönliche Eindrücke oder Erlebnisse aus den vergangenen 30 Jahren schildern. Die Geschichten erscheinen auf unserer Internetseite, werden per E-Mail an Mitglieder und Interessierte verteilt und sind hin und wieder in der lokalen Presse zu finden. Sicher werden Sie Freude daran haben, die persönlichen und nicht unbedingt spektakulären Erzählungen zu lesen. Wenn Sie in den E-Mail Verteiler aufgenommen werden möchten, schreiben Sie ein kurze Mail an fun@fun-hondelage.de – und schon werden Sie über die aktuellen Ereignisse informiert.

Thomas Dobberkau