AG Obstbäume

Obstbäume beim FUN

Hochstämmige Obstbäume sind langlebige Gehölze, die bei guter Pflege ein Ertrags- und Lebensalter von fünfzig bis einhundert Jahren erreichen. Aber warum pflegen Naturschützer Streuobstwiesen an?

  • Mit den Streuobstwiesen erhalten wir ein artenreiches Kulturerbe, das uns mit gesundem Obst versorgt.
  • Streuobstwiesen sind europaweit ein stark gefährdeter Biotoptyp. Bis 1975 hat es einen Rückgang um 75% gegeben – z. B.fiel in Franken seit 1960 jeder zweite Obstbaum der Säge zum Opfer.
  • Auf diesen Wiesen findet sich eine einmalige Mischung aus typischen Biotopelementen des Waldes (Baum) und des Grünlandes (Wiese). Es können dort gleichzeitig Tierarten des Waldes und des offenen Grünlandes nebeneinander vorkommen!
  • Die Wiesenfläche im Unterwuchs der Bäume wird selten gemäht und gedüngt – dadurch sind sie besonders arten- und blütenreich. Sie bieten Insekten wie Bienen, Hummeln und Schmetterlingen eine reiche Nahrungsgrundlage und Lebensraum.
  • Auf diesen Flächen wird neuer Lebensraum für bedrohte Fledermäuse und Vogelarten (Brutplätze, Nahrung) geschaffen.
  • Streuobstwiesen sind geschützte Biotope nach dem Niedersächsischen Naturschutzgesetz  -> Artenreiches Grünland

 

Der FUN hat in den letzten Jahren ca. 25 Streuobstwiesen und -bereiche angelegt und dabei ca. 500 Ostbäumen gepflanzt. Jährlich werden diese Bäume geschnitten.

 

Aber warum müssen die Obstbäume überhaupt geschnitten werden?

  • Die extensive Baumpflege erhält
    • die Vitalität der Bäume bis ins hohe Alter
    • und damit ihre ökologische Funktions- und Ertragsfähigkeit.
  • Je älter desto ökologisch wertvoller sind die Bäume. Sie bieten z. B. durch Baumhöhlen und Rindenspalten einen Lebensraum für Insekten und Vögel.
  • Durch den Schnitt wird die Blüte und damit auch gesunde Früchte gefördert.

 

Qualifizierte Pflege
Aktuell pflegen im FUN Hondelage 8 bis 10 Personen die zu pflegenden Obstbäume. Im aktuellen Jahr haben die Ehrenamtlichen bei einem Seminar (Dauer ca. 15 h) in Hondelage den Obstbaumschnitt erlernt.  Nach einem einleitenden Fachvortrag zur fachgerechten Pflege von Obstbäumen folgte der praktische Seminarteil mit Schnittarbeiten im Gelände.

Das Seminar wurde durch die AG Streuobst e.V. Königslutter (Sabine Fortak) durchgeführt.

Da die Sicherheit beim Baumschnitt großgeschrieben wird, sind spezielle Leitern zum Einsatz gekommen.  

 

Und wann ist die AG Obstbaumschnitt aktiv?

Der Obstbaumschnitt erfolgt in den ersten Jahren nach der Pflanzung jährlich (Pflanz- / Erziehungsschnitt), später in etwas größeren Abständen (ca. alle 2-4 Jahre, Erhaltungsschnitt). Je nach Größe der Bäume dauert ein Schnitt eine halbe bis drei Stunden. Der Obstbaumschnitt erfolgt zum großen Teil in der kalten Jahreszeit von ca. November bis März (möglichst an Tagen ohne Niederschlag und Frost).

 

Konkret verabreden wir meist ab November bis in den März/April hinein an welchen Tagen wir welche Obstbäume schneiden wollen. Im Team gehen wir dann meist an Vormittagen auf die Wiesen und schneiden gemeinsam die Bäume. Im Sommer haben wir nicht so viel zu tun, da erfreuen wir uns an den schönen blühenden bzw. tragenden Bäumen. Und im Herbst wird dann geerntet. Das passiert allerdings mit Unterstützung vieler weiterer Ehrenamtlicher aus dem Verein an sehr wenigen Tagen. Aus der oft reichen Ernte wird dann Streuobst-Apfelsaft hergestellt und im NaturErlebnisZentrum vertrieben. Das restliche Obst findet Platz auf leckeren Kuchen oder Nachtischen der Helfer.

 

Wer Lust hat, beim Obstbaumschnitt oder bei der Ernte zu helfen, ist dazu herzlich eingeladen.

Kontakt: Kerstin Hoppe, 05309-2035
E-Mail: k_hoppe@t-online.de